An Damis (2)
1782Freund, könnte mir ein Lied gelingen, Das schwülstig wär von Zärtlichkeit; Vielleicht würd ich mit Beyfall singen, Zum wenigsten für unsre Zeit. Allein der Trieb, der mich entzündet, Entsagt der Kunst und Schmeicheley. Die Liebe, die mich Dir verbindet, Hat keinen Glanz der Heucheley.
Dich, Gatte, den der Vorsicht Lenken Zur Lust des Lebens mir ersah, Beschloß sie, huldreich, mir zu schenken, Sie thats, und sieh, mein Glück war da. Ich weis sonst nirgends Lust zu finden, Als die mir deine Liebe giebt. Die will allein mein Herz empfinden, Das Dich mehr, als sich selber, liebt.
Der Neigung Siegel sey mein Leben, Das mir doch nur um Dich gefällt. Ich sey dem Tode übergeben, Wenn Dich, nur Dich mein Tod erhält. O! laß Dir diese Treu gefallen, Die ewig, wie der Himmel, ist, Unschuldig, wie der Kinder Lallen, Und zärtlich, wie Du selber bist.
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Interpretation
Das Gedicht "An Damis (2)" von Johanna Charlotte Unzer ist ein leidenschaftliches Bekenntnis der Liebe und Treue gegenüber dem Gatten Damis. Die lyrische Ich-Autorin beschreibt ihre tiefe Zuneigung und Verbundenheit zu ihrem Ehemann, der ihr durch die Vorsicht und Weisheit des Schicksals als Lebenspartner zugeführt wurde. Im ersten Teil des Gedichts betont die Autorin, dass ihre Liebe zu Damis so aufrichtig und intensiv ist, dass sie sich nicht in kunstvolle Worte fassen lässt. Die Liebe, die sie verbindet, ist frei von Heuchelei und Schmeichelei. Sie ist rein und unverfälscht, und die Autorin findet in der Liebe ihres Gatten die einzige wahre Lust und Erfüllung im Leben. Im zweiten Teil des Gedichts schwört die Autorin ihre ewige Treue und Hingabe zu Damis. Sie wünscht sich, dass ihr Leben ein Siegel der Neigung und Zuneigung zu ihm sei. Sollte ihr Tod Damis erhalten oder nützen, so sei sie bereit, sich dem Tode hinzugeben. Die Autorin bittet um die Anerkennung und Akzeptanz ihrer treuen Liebe, die unschuldig und zärtlich wie ein Kinderlallen sei und ebenso herzlich wie Damis selbst. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine tiefe emotionale Verbundenheit und die Bereitschaft, für die Liebe zum Ehepartner alles zu geben. Die Autorin preist die Aufrichtigkeit und Reinheit ihrer Gefühle und betont die Bedeutung der gegenseitigen Zuneigung und Fürsorge in einer Ehe.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Die will allein mein Herz empfinden
- Anapher
- Dich, Gatte, den der Vorsicht Lenken
- Hyperbel
- Freund, könnte mir ein Lied gelingen, Das schwülstig wär von Zärtlichkeit;
- Kontrast
- Entsagt der Kunst und Schmeicheley
- Metapher
- Der Neigung Siegel sey mein Leben
- Personifikation
- Die Liebe, die mich Dir verbindet, Hat keinen Glanz der Heucheley.
- Symbolik
- Siehts, und sieh, mein Glück war da
- Vergleich
- Unschuldig, wie der Kinder Lallen