An Chloen

Johann Georg Jacobi

1797

Bei der Liebe reinsten Flammen Glänzt das arme Hüttendach: Liebchen! ewig nun beisammen! Liebchen! träumend oder wach!

Süßes, zärtliches Umfangen, Wenn der Tag am Himmel graut; Heimlich klopfendes Verlangen, Wenn der Abend niedertaut!

Und wir teilen alle Freuden, Sonn′ und Mond und Sternenglanz; Allen Segen, alles Leiden, Arbeit und Gebet und Tanz.

So, bei reiner Liebe Flammen, Endet sich der schöne Lauf; Ruhig schweben wir zusammen, Liebchen, Liebchen! himmelauf.

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Illustration zu An Chloen

Interpretation

Das Gedicht "An Chloen" von Johann Georg Jacobi thematisiert die tiefe und reine Liebe zwischen zwei Menschen, die in einer bescheidenen Hütte leben. Die Liebe wird als ein ewiges und unerschütterliches Band dargestellt, das sie durch alle Höhen und Tiefen des Lebens begleitet. Die Reinheit der Liebe wird durch die Metapher der "reinsten Flammen" symbolisiert, die selbst das einfachste Dach zum Leuchten bringt. Die zweite Strophe beschreibt die intimen Momente der Liebe, die sich sowohl am Morgen als auch am Abend ereignen. Das "süße, zärtliche Umfangen" beim Tagesanbruch und das "heimlich klopfende Verlangen" beim Abendrot verdeutlichen die ständige Präsenz der Liebe im Leben der beiden Liebenden. Diese Momente sind geprägt von Zärtlichkeit und Sehnsucht, die ihre Beziehung stärken. In der dritten Strophe wird die Idee der geteilten Erfahrungen betont. Die Liebenden teilen alle Freuden und Leiden, die das Leben bereithält, sei es die Schönheit der Natur oder die Herausforderungen des Alltags. Die Erwähnung von "Arbeit und Gebet und Tanz" unterstreicht die Vielseitigkeit ihrer gemeinsamen Erlebnisse und die tiefe Verbundenheit, die sie durch alle Aspekte des Lebens trägt. Das Gedicht endet mit der Vision eines gemeinsamen Lebens, das durch die "reine Liebe" bestimmt ist. Die Liebenden werden "ruhig zusammen schweben" und sich schließlich "himmelauf" erheben, was auf ein ewiges und glückliches Zusammenleben hindeutet. Die Wiederholung des Namens "Liebchen" am Ende jeder Strophe betont die Intimität und die tiefe Zuneigung, die die beiden verbindet.

Schlüsselwörter

liebchen liebe flammen reinsten glänzt arme hüttendach ewig

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Stilmittel

Anapher
Liebchen! ewig nun beisammen! Liebchen! träumend oder wach!
Metapher
Bei der Liebe reinsten Flammen
Parallelismus
Sonn′ und Mond und Sternenglanz; Allen Segen, alles Leiden
Personifikation
Wenn der Tag am Himmel graut
Symbolik
Arbeit und Gebet und Tanz