An Cäsar Augustus
1554Feldschlachten wollt′ ich singen und Städtesieg, Da rauschte Phöbus′ Leier die Warnung mir, Aufs hohe Meer mich nicht mit schwachem Segel zu wagen. Es bracht′, o Cäsar,
Dein Alter goldnen Segen der Heimatflur Und gab die Adler unserem Jupiter Zurück, den Siegstrophä′n der stolzen Parther entrissen. Und kriegsentlastet
Den Janustempel schloß es und zügelte Die jeder Schranke spottende Leidenschaft Und, schonungslos des Lasters Wurzel Tilgend, erweckt′ es die Zucht der Väter,
Durch die der Name Roms und Italiens Ruhmvolle Macht zum herrlichen Reich erwuchs, Das stolz vom Bett der Abendröte Heute sich dehnt bis zum fernsten Aufgang.
Nun Cäsar wacht, mag keine Gewalt uns mehr, Kein Bürgersturm aufschrecken aus holder Ruh′, Kein blinder Haß, der, Schwerter schmiedend, Blutigen Zwist in den Städten aufregt.
Nicht dürfen, die tiefrauschend der Ister tränkt, Nicht Geten mehr noch Syrer den Julischen Gesetzen trotzen, nicht die falschen Perser und Tanais′ wilde Söhne.
Doch wir, am Werktag opfernd, am Feiertag, Wir wollen Libers köstlicher Gabe froh Inmitten unsrer Fraun und Kinder, Wenn wir den Göttern gesprengt in Andacht,
Im Festgesang zu lydischem Flötenschall Siegreicher Feldherrn denken nach Väterbrauch Und Troja preisen und Anchises Und der Ernährerin Venus Enkel.
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Interpretation
Das Gedicht "An Cäsar Augustus" von Alkaios von Lesbos ist eine Huldigung an den römischen Kaiser Augustus und seine Errungenschaften. Der Dichter preist Augustus dafür, dass er durch seinen goldenen Segen die Heimatflur bereichert und die Adler des Jupiter von den stolzen Parthern zurückerobert hat. Dies symbolisiert den Sieg Roms über seine Feinde und die Wiederherstellung des römischen Ruhms. Das Gedicht beschreibt weiterhin, wie Augustus den Janustempel schließt und die Leidenschaft zügelt, was auf die Wiederherstellung des Friedens und der Ordnung im Reich hindeutet. Durch die Tilgung der Wurzel des Lasters und die Wiederbelebung der väterlichen Zucht trägt Augustus dazu bei, dass der Name Roms und Italiens zu einem herrlichen Reich heranwächst, das sich von Westen nach Osten erstreckt. Abschließend betont der Dichter, dass unter der Herrschaft des wachsamen Cäsar keine äußere Gewalt oder innere Unruhen mehr die Menschen aus ihrer friedlichen Ruhe aufschrecken können. Die Feinde Roms, wie die Geten, Syrer, Perser und die wilden Söhne des Tanais, werden ihre Macht verlieren und den julischen Gesetzen nicht mehr trotzen können. Das Gedicht endet mit einem Festgesang, bei dem die Menschen Opfer darbringen und die Götter ehren, während sie an die siegreichen Feldherren, Troja, Anchises und den Enkel der Ernährerin Venus, also Augustus selbst, denken.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Städtesieg, Da rauschte
- Hyperbel
- Den jeder Schranke spottende Leidenschaft
- Metapher
- Und Troja preisen und Anchises Und der Ernährerin Venus Enkel
- Personifikation
- Feldschlachten wollt′ ich singen und Städtesieg