An Auguste
1837Als du gestorben, hab′ um′s Haupt ich dir Den letzten Schmuck gewunden, Aus Rosen, Myrthen und Cypressengrün Von meiner Hand gebunden.
Sanft wirst du ruh′n in deiner stillen Gruft, Ich aber weine, weine, Auf Blatt und Blüthe fallen Thränen hell Wie thau′ge Edelsteine.
Die Rosen, nimm′ sie alle mit hinab, Ich will sie dir nicht neiden, Die Myrthen auch, es wird ihr sanfter Schmuck Nie meine Stirne kleiden.
Hier oben will ich Eines nur für mich Behalten an dem Herzen; Von dir, Cypresse, nur den düstren Zweig, Du Bild der Trennungsschmerzen.
So düster ist, wie du, die Seele mir, Die Leid und Nacht erfüllet, So blüthenlos, wie du, des Lebens Pfad Sich meinem Blick enthüllet!
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Interpretation
Das Gedicht "An Auguste" von Luise Büchner ist ein tief empfundenes Trauerlied um eine verstorbene Person. Die Sprecherin beschreibt, wie sie der Toten einen Kranz aus Rosen, Myrten und Zypressen aufs Haupt gelegt hat. Dieser Kranz symbolisiert die verschiedenen Aspekte der Beziehung und des Verlustes: die Rosen stehen für die Schönheit und Vergänglichkeit des Lebens, die Myrten für die Liebe und die Zypressen für den Tod und die Trauer. In den folgenden Strophen drückt die Sprecherin ihre tiefe Trauer aus. Während die Verstorbene nun in ihrer stillen Gruft ruht, weint die Sprecherin bitterlich. Ihre Tränen fallen wie "Tau-rote Edelsteine" auf die Blumen des Kranzes. Die Sprecherin bietet den Rosen und Myrten der Toten an, da sie diese nicht mehr für sich selbst verwenden möchte. Die Zypresse hingegen behält sie für sich, da sie das Symbol der Trennungsschmerzen ist. Das Gedicht endet mit einem Vergleich der Seele der Sprecherin mit der Zypresse. Die Seele ist so düster und voller Leid wie die Zypresse, und der Lebensweg erscheint so blütenlos wie der Zweig des immergrünen Baumes. Dieser Vergleich verdeutlicht die tiefe Trauer und Verzweiflung der Sprecherin, die durch den Verlust ihrer geliebten Auguste in eine schwere Lebenskrise gestürzt wurde.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Hyperbel
- Ich will sie dir nicht neiden
- Kontrast
- Hier oben will ich Eines nur für mich Behalten an dem Herzen
- Metapher
- Die Leid und Nacht erfüllet
- Personifikation
- Auf Blatt und Blüthe fallen Thränen hell Wie thau'ge Edelsteine
- Symbolik
- Aus Rosen, Myrthen und Cypressengrün Von meiner Hand gebunden
- Vergleich
- So blüthenlos, wie du, des Lebens Pfad Sich meinem Blick enthüllet