An August Duvau...

Charlotte von Ahlefeld

1781

Beim Abschied, im Nahmen einiger seiner Freunde.

Glück und Ruhe möge Dich begleiten In das ferne Land, das Dich gebahr, Das der Schauplatz Deiner ersten Freuden, Deines ersten bittern Kummers war.

Stiller Friede, wie nur schöne Seelen So wie Du - zu fühlen ihn verstehn, Müsse niemahls Deinem Herzen fehlen, Müsse immer lächelnd Dich umwehn.

Die Erinnrung Deiner frühen Leiden Dünke Dir ein Traum der Prüfung nur; Bei des Wiedersehens Götterfreuden, Flieh′ auf ewig seine dunkle Spur.

Doch will sie nicht gänzlich von Dir weichen, So erheitre sie der Freundschaft Bild, Die wie Lebensbalsam sonder Gleichen Schnell des Schmerzes Aufruhr lindernd stillt.

Fern von dem verlassnen Vaterlande Bot sie liebevoll Ersatz Dir an, Und vereinte uns mit einem Bande, Das Dein Abschied selbst nicht lösen kann.

Ewig wird ihr Seegen Dich begleiten. Zu dem Lebewohle, das sie spricht, Ist ihr letzter, heisser Wunsch beim Scheiden: In der Ferne noch vergiss uns nicht!

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Illustration zu An August Duvau...

Interpretation

Das Gedicht "An August Duvau..." von Charlotte von Ahlefeld ist ein Abschiedsgedicht, das einem Freund namens August Duvau gewidmet ist. Die Autorin wünscht ihm Glück und Ruhe auf seiner Reise in sein fernes Heimatland, das sowohl der Schauplatz seiner ersten Freuden als auch seines ersten bitteren Kummers war. Sie hofft, dass er den stillen Frieden, den nur schöne Seelen wie er zu fühlen verstehen, niemals verlieren wird. Die Autorin ermutigt August Duvau, die Erinnerung an seine frühen Leiden als Prüfung zu betrachten und bei der Freude des Wiedersehens die dunkle Spur seiner Vergangenheit zu vergessen. Sollte die Erinnerung jedoch nicht vollständig von ihm weichen wollen, so soll sie durch das Bild der Freundschaft erheitert werden. Diese Freundschaft wird als Balsam beschrieben, der schnell den Aufruhr des Schmerzes lindert und lindernd stillt. Die Freundschaft, die August Duvau fern von seinem verlassenen Vaterland bot, wird als Ersatz und als ein Band beschrieben, das selbst durch seinen Abschied nicht gelöst werden kann. Die Autorin wünscht, dass der Segen dieser Freundschaft ihn ewig begleiten möge. In ihrem letzten, heißen Wunsch beim Abschied bittet sie August Duvau, sie und ihre Freunde in der Ferne nicht zu vergessen.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Anapher
Glück und Ruhe möge Dich begleiten In das ferne Land, das Dich gebahr, Das der Schauplatz Deiner ersten Freuden, Deines ersten bittern Kummers war.
Hyperbel
Ewig wird ihr Seegen Dich begleiten.
Kontrast
Bei des Wiedersehens Götterfreuden, Flieh′ auf ewig seine dunkle Spur.
Metapher
Schmerzes Aufruhr
Personifikation
Stiller Friede, wie nur schöne Seelen So wie Du - zu fühlen ihn verstehn, Müsse niemahls Deinem Herzen fehlen, Müsse immer lächelnd Dich umwehn.
Symbolik
Vaterlande