An Amor
1762Wirf sie weg, o Amor! die Pfeile, den goldenen Bogen, Und die Fackel, die sonst Herzen entzündet und schmelzt. Sieh, ihr Aug′ ist voll Feuer; die wölbenden Braunen sind Bogen, Und ihr schimmernder Blick sprühet der Pfeile genug.
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Interpretation
Das Gedicht "An Amor" von Johann Gaudenz von Salis-Seewis ist eine Ansprache an den griechischen Liebesgott Amor, in der der Sprecher ihn auffordert, seine Waffen der Liebe wegzulegen. Der Sprecher argumentiert, dass die Augen der Angebeteten bereits genügend Kraft haben, um Herzen zu entflammen und zu erweichen. Die metaphorische Sprache des Gedichts verleiht der Angebeteten eine fast übernatürliche Anziehungskraft. In den ersten beiden Zeilen fordert der Sprecher Amor auf, seine Pfeile, den goldenen Bogen und die Fackel wegzuwerfen. Diese Gegenstände sind traditionelle Attribute des Liebesgottes und symbolisieren seine Macht, Liebe zu entfachen und zu entzünden. Der Sprecher impliziert, dass diese Waffen nicht mehr benötigt werden, da die Augen der Angebeteten bereits ausreichend sind, um die Herzen der Menschen zu beeinflussen. Die letzten beiden Zeilen des Gedichts verdeutlichen die Überlegenheit der Augen der Angebeteten gegenüber den Waffen Amors. Die Augen werden als voller Feuer beschrieben, wobei die Brauen als Bogen dienen und der schimmernde Blick genügend Pfeile verschießt. Diese Metaphern betonen die Intensität und Durchschlagskraft des Blicks der Angebeteten, der die Herzen der Menschen ebenso effektiv beeinflussen kann wie die Waffen Amors. Das Gedicht endet mit der Betonung, dass die Angebetete selbst genug Kraft besitzt, um die Herzen zu entflammen und zu erweichen, ohne dass Amor eingreifen muss.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Metapher
- Ihr schimmernder Blick sprühet der Pfeile genug
- Personifikation
- Wirf sie weg, o Amor! die Pfeile, den goldenen Bogen
- Vergleich
- Ihr Aug' ist voll Feuer