An Adolph auf unsere Trennung

Gabriele von Baumberg

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Sie naht! sie naht die fürchterliche Stunde, Die mich von dir auf ewig trennen soll! Schon bebt das Lebewohl in meinem Munde, Für dich das letzte, letzte Lebewohl!

Beraubt der Hoffnung, je dich mehr zu sehen, Verschliess’ ich schweigend meinen Gram in mich, Und will von Gott in Zukunft nichts erflehen, Als Starkmuth, - und Zufriedenheit für dich.

Kurz, aber herrlich waren unsre Freuden! Still, aber rein genossen, schwanden sie In ew’ge Nacht! – und nahmenlose Leiden Erfüllen jetzt die kranke Phantasie.

Allein ich muss den Rath der Vorsicht ehren, Ich habe ja mein Unglück selbst erfleht. Wie dürft’ ich kühn dawider mich empören? Denn dies war stets mein brünstiges Gebeth:

“O schütze meinen Liebling, Herr! und kröne “All seine Wünsche; glücklich sey nur Er: “Und keine sonst, als eine Dankesthräne, “Kommt dann in Gabrielens Auge mehr.”

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Illustration zu An Adolph auf unsere Trennung

Interpretation

Das Gedicht "An Adolph auf unsere Trennung" von Gabriele von Baumberg handelt von der schmerzhaften Trennung der lyrischen Ich-Erzählerin von ihrem Geliebten Adolph. Die Stimmung ist von Trauer und Resignation geprägt, da die Erzählerin sich von Adolph auf ewig verabschieden muss. Die Erzählerin beschreibt die nahende Trennung als "fürchterliche Stunde" und den Abschied als "letztes Lebewohl". Sie verzweifelt daran, Adolph nie wiedersehen zu können und schließt ihren Schmerz in sich ein. Ihre einzige Hoffnung ist, dass Adolph Stärke und Zufriedenheit findet. Die Erzählerin blickt zurück auf die kurze, aber schöne Zeit mit Adolph, die nun in ewige Nacht entschwunden ist. An ihre Stelle treten "nahmlose Leiden", die ihre kranke Phantasie erfüllen. Trotzdem akzeptiert sie die Trennung als notwendig und ehrt den Rat der Vorsicht. Sie hatte selbst darum gebetet, dass Adolph beschützt und alle seine Wünsche erfüllt werden, auch auf Kosten ihrer eigenen Liebe.

Schlüsselwörter

naht lebewohl letzte mehr fürchterliche stunde ewig trennen

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Stilmittel

Alliteration
Gabrielens Auge
Anapher
Still, aber rein genossen
Bildlichkeit
In ew'ge Nacht
Direkte Anrede
O schütze meinen Liebling, Herr!
Enjambement
Und will von Gott in Zukunft nichts erflehen, / Als Starkmuth, - und Zufriedenheit für dich.
Hyperbel
keine Dankesthräne
Kontrast
Still, aber rein genossen
Metapher
die fürchterliche Stunde
Personifikation
das Lebewohl in meinem Munde