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An …

Von

Um deine süße, grüne Seele
Ist mir so weh!
Daß ich sie dir im Frühling quäle
Mit Frost und Schnee.

Du Kind, das froh dem Sonnenleben
Entgegenblüht,
Mich hat das kranke Mondesweben
So bleich geglüht …

Bleib′ du! bleib′ du an meiner Seite,
Mir ist so bang!
So lang, bis ich ins große Dunkel gleite!
– Vielleicht nicht lang -.

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Gedicht: An ... von Lisa Baumfeld

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „An…“ von Lisa Baumfeld offenbart eine zarte, melancholische Stimmung, die von der Trennung von einer geliebten Person durch ein Gefühl der Einsamkeit und des nahenden Todes geprägt ist. Der Autor drückt hier seine Sorge und Sehnsucht nach Trost aus, indem er die Diskrepanz zwischen dem unbeschwerten Leben des anderen und seinem eigenen, von Krankheit und Traurigkeit beschattetem Dasein betont. Die zentrale Thematik des Gedichts ist die Konfrontation mit dem Tod, der im letzten Vers deutlich wird, verbunden mit dem Wunsch nach Gesellschaft in den verbleibenden Momenten.

Die ersten beiden Strophen beschreiben einen starken Kontrast. Die „süße, grüne Seele“ des Adressaten, ein Bild der Jugend, des Lebens und der Hoffnung, wird der „Frost und Schnee“ der Dichterin gegenübergestellt, die durch ihre kranke Seele im „Mondesweben“ gefangen ist. Dieser Kontrast verdeutlicht die Ungleichheit zwischen dem Zustand der beiden Personen. Die Naturmetaphern, wie „grüne Seele“ und „Sonnenleben“, stehen für das unbeschwerte Glück des anderen, während die Kälte von „Frost und Schnee“ und die bleiche Nacht des Mondes die düstere Realität des Sprechers repräsentieren. Die Dichterin fühlt sich schuldig, die Unbeschwertheit des geliebten Menschen zu trüben.

Die Bitte um Nähe und Gesellschaft in der dritten Strophe ist von einer tiefen Angst getragen. Das sich wiederholende „Bleib′ du! bleib′ du an meiner Seite“ drückt eine verzweifelte Sehnsucht nach Geborgenheit und Unterstützung aus. Der Satz „Mir ist so bang!“ verdeutlicht die innere Unruhe und die Angst vor dem Alleinsein. Die Formulierung „So lang, bis ich ins große Dunkel gleite!“ lässt den Leser die Vorstellung vom Tod und die Sehnsucht nach gemeinsamer Zeit spüren.

Der letzte Vers, „- Vielleicht nicht lang -“, verstärkt diese Thematik noch. Er ist sowohl eine Hoffnung, dass der Tod nicht fern ist, als auch ein Ausdruck der Gewissheit, dass er kommen wird. Dadurch wird eine bittersüße Melancholie erzeugt. Die Kürze des Satzes betont die Endlichkeit des Lebens und die Bedeutung der gemeinsamen Zeit. Baumfelds Gedicht ist ein ergreifender Ausdruck menschlicher Verletzlichkeit, der sowohl die Schönheit des Lebens als auch die Gewissheit des Todes thematisiert, untermalt von der starken Bindung zwischen zwei Menschen.

Weitere Informationen

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Lizenz und Verwendung

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