An ...
1895Um deine süße, grüne Seele Ist mir so weh! Daß ich sie dir im Frühling quäle Mit Frost und Schnee.
Du Kind, das froh dem Sonnenleben Entgegenblüht, Mich hat das kranke Mondesweben So bleich geglüht …
Bleib′ du! bleib′ du an meiner Seite, Mir ist so bang! So lang, bis ich ins große Dunkel gleite! - Vielleicht nicht lang -.
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Interpretation
Das Gedicht "An ..." von Lisa Baumfeld thematisiert eine ambivalente Beziehung zwischen dem lyrischen Ich und einem geliebten Gegenüber. Das lyrische Ich scheint von einer tiefen Trauer und Einsamkeit geprägt zu sein, die es auf das geliebte Wesen überträgt. Es quält die "süße, grüne Seele" im Frühling mit "Frost und Schnee", was auf eine gewalttätige und zerstörerische Dynamik hindeutet. Das lyrische Ich sieht sich selbst als "krank" und "bleich", im Gegensatz zum geliebten Wesen, das "froh dem Sonnenleben" entgegenblüht. Es scheint das geliebte Wesen als einen Ausweg aus seiner eigenen Dunkelheit und Einsamkeit zu sehen. Es fleht es an, an seiner Seite zu bleiben, solange es noch lebt, und deutet an, dass es vielleicht nicht mehr lange zu leben hat. Das Gedicht vermittelt eine düstere und verzweifelte Stimmung. Das lyrische Ich scheint in einer tiefen Krise zu stecken und das geliebte Wesen als einzigen Lichtblick in seinem Leben zu sehen. Es fürchtet sich vor dem Alleinsein und versucht, das geliebte Wesen an sich zu binden, auch wenn es dies durch negative und zerstörerische Handlungen tut. Das Gedicht wirft Fragen nach der Natur von Liebe, Abhängigkeit und Selbstzerstörung auf.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Bleib′ du! bleib′ du an meiner Seite
- Metapher
- bis ich ins große Dunkel gleite
- Personifikation
- Daß ich sie dir im Frühling quäle Mit Frost und Schnee