An —
1842Ich seh′ dein Haupt mit Lorbeern reich bekränzt, Doch auch vom Schnee des Alters weiß umglänzt. O, kauftest du, der Welt, wie dir, zum Glück, Jetzt für den Kranz die Locken dir zurück! Du wurdest durch den Ruhm, der dich verklärt, Des Lebens, das er kostet, doppelt wert: Warum versagt dir die Natur den Preis? Welch einen Jüngling gäbe solch ein Greis!
Anhören
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "An —" von Friedrich Hebbel beschreibt die Ambivalenz zwischen dem Ruhm und der Vergänglichkeit des Lebens. Der Sprecher sieht den Kopf der angesprochenen Person mit Lorbeerkränzen geschmückt, die für den erworbenen Ruhm stehen, jedoch auch von den Spuren des Alters, symbolisiert durch Schnee, umgeben. Der Sprecher wünscht sich, dass die Person ihre Jugend und Schönheit zurückkaufen könnte, um den Ruhm und die Lorbeerkränze vollends zu genießen. Das Gedicht verdeutlicht, dass der Ruhm die Person verklärt und ihr Leben doppelt wertvoll macht, jedoch auch einen hohen Preis fordert. Die Natur scheint den Preis für den Ruhm zu verweigern, indem sie den Alterungsprozess nicht aufhält. Der Sprecher stellt sich die Frage, welch einen Jüngling ein solcher Greis hervorbringen könnte, und verdeutlicht somit die Diskrepanz zwischen dem erworbenen Ruhm und der physischen Vergänglichkeit. Insgesamt reflektiert das Gedicht die menschliche Sehnsucht nach ewiger Jugend und Schönheit, die im Gegensatz zur Realität des Alterns und der Vergänglichkeit steht. Der Lorbeerkranz als Symbol des Ruhms wird als unvollständig empfunden, da er die körperlichen Spuren des Alters nicht verbergen kann. Das Gedicht thematisiert die Ambivalenz zwischen dem erstrebenswerten Ruhm und der unausweichlichen Vergänglichkeit des Lebens.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- hyperbel
- Des Lebens, das er kostet, doppelt wert
- ironie
- Warum versagt dir die Natur der Preis?
- kontrast
- Welch einen Jüngling gäbe solch ein Greis!
- metapher
- Ich seh′ dein Haupt mit Lorbeern reich bekränzt
- personifikation
- Doch auch vom Schnee des Alters weiß umglänzt