Amor und die Nymphen
1876Als blöde Nymphen einst Cytherens Sohn Aus Furcht vor seinen Waffen flohn, Da warf der kleine Gott in Eil’ Den Bogen weg, lief ohne Pfeil Und ohne Kleid, in nackender Gestalt, Den blöden Nymphen nach in einen Myrthenwald!
Und als die Nymphen da den Knaben ohne Waffen Und nackend sitzen sahn, Nicht fürchteten, ihn anzugaffen, Nicht scheuten, ihm zu nahn, Da rief aus einem Busch Diana: »Nymphen, wißt: Er ist gefährlicher, je nackender er ist!«
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Interpretation
Das Gedicht "Amor und die Nymphen" von Johann Wilhelm Ludwig Gleim handelt von der mythologischen Figur des Amor, des Gottes der Liebe, und seinem Zusammentreffen mit einer Gruppe von Nymphen. Die Nymphen fliehen zunächst aus Angst vor Amors Waffen, doch dieser wirft seinen Bogen weg und verfolgt sie nackt und ohne Pfeile in einen Myrtenwald. Die Nymphen, die ihn nun ohne Waffen und nackt sehen, fürchten sich nicht mehr und nähern sich ihm. Doch aus einem Busch ruft Diana, die Göttin der Jagd und Hüterin der Keuschheit, den Nymphen zu, dass Amor umso gefährlicher ist, je nackter er ist. In der Interpretation des Gedichts wird deutlich, dass die Nymphen zunächst vor der Macht und den Waffen des Amors fliehen, was die traditionelle Vorstellung von der Liebe als etwas Furchterregendes und Beängstigendes widerspiegelt. Doch als Amor seine Waffen ablegt und nackt vor ihnen erscheint, verlieren die Nymphen ihre Angst und nähern sich ihm. Dies kann als Symbol für die Verletzlichkeit und Offenheit interpretiert werden, die in der Liebe erforderlich sind. Die Nymphen erkennen, dass Amor, obwohl er keine Waffen mehr hat, immer noch gefährlich sein kann, was darauf hindeutet, dass die Liebe auch ohne äußere Einflüsse eine starke und überwältigende Kraft sein kann. Die Rolle der Göttin Diana in diesem Gedicht ist ebenfalls von Bedeutung. Als Hüterin der Keuschheit und Beschützerin der Nymphen warnt sie diese vor der Gefahr, die von Amor ausgeht, selbst wenn er nackt und ohne Waffen erscheint. Dies kann als Mahnung interpretiert werden, dass die Liebe auch ohne äußere Einflüsse eine starke und überwältigende Kraft sein kann, die die Keuschheit und Unschuld der Nymphen bedrohen könnte. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine komplexe Botschaft über die Natur der Liebe und ihre Auswirkungen auf diejenigen, die ihr begegnen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Bogen weg, lief ohne Pfeil
- Anspielung
- Cytherens Sohn (Aphrodite/Venus)
- Bildsprache
- in einen Myrthenwald
- Hyperbel
- gefährlicher, je nackender er ist
- Ironie
- nicht fürchteten, ihn anzugaffen
- Kontrast
- gefährlicher, je nackender er ist
- Metapher
- Cytherens Sohn
- Personifikation
- blöde Nymphen