Amen
1887Verwestes gleitend durch die morsche Stube; Schatten an gelben Tapeten; in dunklen Spiegeln wölbt Sich unserer Hände elfenbeinerne Traurigkeit.
Braune Perlen rinnen durch die erstorbenen Finger. In der Stille Tun sich eines Engels blaue Mohnaugen auf.
Blau ist auch der Abend; Die Stunde unseres Absterbens, Azraels Schatten, Der ein braunes Gärtchen verdunkelt.
Anhören
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "Amen" von Georg Trakl beschreibt eine düstere und melancholische Stimmung, die von Verfall und Tod geprägt ist. Die Szene spielt in einem morschen Zimmer, in dem sich Schatten an gelben Tapeten abzeichnen und in dunklen Spiegeln die Traurigkeit der Hände sichtbar wird. Die Atmosphäre ist von einer tiefen Trauer und Einsamkeit durchdrungen. Im zweiten Teil des Gedichts werden braune Perlen erwähnt, die durch erstorbene Finger rinnen. In der Stille öffnen sich die blauen Mohnaugen eines Engels. Dies könnte als Symbol für die Hoffnung oder Erlösung inmitten der Dunkelheit interpretiert werden. Die blaue Farbe des Abends und der Stunde unseres Absterbens verstärkt die düstere Stimmung und deutet auf das bevorstehende Ende hin. Das Gedicht endet mit der Erwähnung von Azraels Schatten, der ein braunes Gärtchen verdunkelt. Azraels Schatten symbolisiert den Engel des Todes, der über das Gärtchen der Menschheit seine Hand ausbreitet. Der Kontrast zwischen dem blauen Abend und dem braunen Gärtchen unterstreicht die Ambivalenz von Leben und Tod, von Hoffnung und Verzweiflung.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Braune Perlen rinnen durch die erstorbenen Finger
- Anspielung
- Azraels Schatten
- Bildlichkeit
- eines Engels blaue Mohnaugen
- Farbensymbolik
- Blau ist auch der Abend
- Metapher
- unserer Hände elfenbeinerne Traurigkeit
- Personifikation
- Verwestes gleitend durch die morsche Stube