Amalia

Friedrich von Schiller

1805

Schön wie Engel voll Walhalla′s Wonne, Schön vor allen Jünglingen war er, Himmlisch mild sein Blick, wie Maiensonne, Rückgestrahlt vom blauen Spiegelmeer.

Seine Küsse - paradiesisch Fühlen! Wie zwo Flammen sich ergreifen, wie Harfentöne ineinander spielen Zu der himmelvollen Harmonie -

Stürzten, flogen, schmolzen Geist und Geist zusammen, Lippen, Wangen brannten, zitterten, Seele rann in Seele - Erd′ und Himmel schwammen Wie zerronnen um die Liebenden!

Er ist hin - vergebens, ach! Vergebens Stöhnet ihm der bange Seufzer nach! Er ist hin - und alle Lust des Lebens Wimmert hin in ein verlornes Ach!

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Illustration zu Amalia

Interpretation

Das Gedicht "Amalia" von Friedrich von Schiller beschreibt die überwältigende Schönheit und den Zauber einer jungen Frau, die mit himmlischer Anmut und Anziehungskraft strahlt. Ihre Augen werden mit dem milden Licht der Maiensonne verglichen, das sich im blauen Spiegelmeer spiegelt, was ihre ätherische und bezaubernde Natur unterstreicht. Die Beschreibung ihrer Küsse als paradiesisch und die Vergleiche mit ineinander spielenden Flammen und Harfentönen betonen die Intensität und Harmonie ihrer Liebe, die eine tiefe spirituelle Verbindung zwischen den Liebenden schafft. In den folgenden Versen wird die Leidenschaft und Hingabe der Liebe in lebendigen Bildern dargestellt. Die Vereinigung der Seelen und die Verschmelzung von Geist und Geist werden als überwältigendes Erlebnis beschrieben, bei dem die Grenzen zwischen Erde und Himmel verschwimmen. Die Intensität der Gefühle wird durch die brennenden Lippen und Wangen sowie das Zittern der Liebenden ausgedrückt, was die tiefe emotionale und körperliche Erregung widerspiegelt, die ihre Liebe begleitet. Das Gedicht endet jedoch in tiefer Trauer und Verzweiflung, als der Geliebte stirbt. Die vergeblichen Versuche der Geliebten, ihn zurückzuholen, werden durch die bange Sehnsucht und die Seufzer dargestellt. Der Verlust des Geliebten bedeutet auch den Verlust aller Freude und Lust am Leben, die nun in einem schmerzhaften "Ach" versinkt. Die tiefe Trauer und das Gefühl des Verlusts durchdringen das Gedicht und hinterlassen einen bleibenden Eindruck von der Vergänglichkeit der Liebe und des Lebens.

Schlüsselwörter

hin schön geist seele vergebens engel voll walhalla

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Stilmittel

Anapher
Er ist hin - vergebens, ach! Vergebens
Hyperbel
Seine Küsse - paradiesisch Fühlen!
Metapher
Wimmert hin in ein verlornes Ach
Personifikation
Rückgestrahlt vom blauen Spiegelmeer
Vergleich
Wie Harfentöne ineinander spielen