Am Wegrand

John Henry Mackay

1864

Tausend Menschen ziehen vorüber - Den ich ersehne, er ist nicht dabei! Ruhlos stiegen die Blicke hinüber, Fragen den Eilenden, ob er es sei…

Aber sie fragen und fragen vergebens. Keiner gibt Antwort: “Hier bin ich. Sei still.” Sehnsucht erfüllt die Bezirke des Lebens, Welche Erfüllung nicht füllen will.

Und so steh ich am Wegrand-Strande, Während die Menge vorüberfließt, Bis - erblindet vom Sonnenbrande - Mein ermüdetes Auge sich schließt…

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Illustration zu Am Wegrand

Interpretation

Das Gedicht "Am Wegrand" von John Henry Mackay beschreibt die tiefe Sehnsucht und Einsamkeit des lyrischen Ichs, das am Rande des Lebens steht und auf jemanden wartet, den es sehnsüchtig erwartet. Die Bilder von der vorüberziehenden Menge und dem unermüdlichen Suchen nach dem Geliebten verdeutlichen die innere Unruhe und das unerfüllte Verlangen. Die Wiederholung des Fragens und das Fehlen einer Antwort verstärken die Hoffnungslosigkeit und die vergebliche Suche nach Erfüllung. Das Gedicht vermittelt ein starkes Gefühl der Isolation und des Wartens, das durch die Metapher des "Wegrand-Strandes" verstärkt wird. Das Bild des Meeres, das unaufhörlich fließt, symbolisiert die unaufhaltsame Zeit und die Vergänglichkeit des Lebens. Die Sehnsucht des lyrischen Ichs bleibt ungestillt, da die erhoffte Erfüllung nicht eintritt und die Menge der Menschen an ihm vorbeizieht, ohne die ersehnte Person zu sein. Im letzten Vers wird die Erschöpfung und das Aufgeben des Wartens deutlich. Das "erblindete vom Sonnenbrande" Auge, das sich schließt, symbolisiert das Ende der Hoffnung und die Kapitulation vor der unerfüllten Sehnsucht. Das Gedicht endet mit einem Gefühl der Resignation und der Erkenntnis, dass die ersehnte Erfüllung im Leben nicht zu finden ist, was die tiefe Melancholie und das existenzielle Dilemma des lyrischen Ichs unterstreicht.

Schlüsselwörter

fragen tausend menschen ziehen vorüber ersehne dabei ruhlos

Wortwolke

Wortwolke zu Am Wegrand

Stilmittel

Alliteration
Fragen den Eilenden, ob er es sei
Anapher
Tausend Menschen ziehen vorüber - Den ich ersehne, er ist nicht dabei! Ruhlos stiegen die Blicke hinüber, Fragen den Eilenden, ob er es sei...
Enjambement
Bis - erblindet vom Sonnenbrande - Mein ermüdetes Auge sich schließt...
Hyperbel
Tausend Menschen ziehen vorüber
Metapher
Und so steh ich am Wegrand-Strande
Personifikation
Sehnsucht erfüllt die Bezirke des Lebens