Am Strand
1865Das helle Ufer schimmert feucht Vom Schaum der Welle, die entwich. In silbern flirrendem Geleucht Verliert sich fern sein letzter Strich.
Die Segelboote fliegen aus - Von Mitternacht, von Norden her Kommt eine Woge hoch und kraus: Geliebtes Meer, geliebtes Meer!
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Interpretation
Das Gedicht "Am Strand" von Hedwig Lachmann beschreibt die dynamische und faszinierende Natur des Meeres. Die erste Strophe zeichnet das Bild eines Strandes, der vom Schaum der zurückgehenden Welle glänzt. Das Licht des Meeres wird als "silbern flirrendes Geleucht" beschrieben, das in der Ferne verblasst. Dies vermittelt eine Atmosphäre von Vergänglichkeit und Unbeständigkeit. In der zweiten Strophe wird die Bewegung des Meeres weitergeführt. Die Segelboote scheinen zu "fliegen", was auf die Geschwindigkeit und Kraft des Windes hindeutet. Eine große, aufgewühlte Welle kommt von Mitternacht und Norden, was die Weite und die verschiedenen Richtungen des Meeres betont. Der wiederholte Ausruf "Geliebtes Meer" am Ende des Gedichts zeigt die tiefe Zuneigung und Faszination der Dichterin für das Meer, trotz seiner unberechenbaren Natur. Insgesamt vermittelt das Gedicht ein Gefühl von Bewunderung und Respekt für die Macht und Schönheit des Meeres. Die Sprache ist bildhaft und sinnlich, sie spricht die visuellen und taktilen Sinne an. Das Meer wird als ein lebendiges, atmendes Wesen dargestellt, das sowohl sanft als auch stürmisch sein kann, und das den Betrachter immer wieder aufs Neue in seinen Bann zieht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- schimmert feucht, silbern flirrendem, Segelboote fliegen, Mitternacht, von Norden
- Anapher
- geliebtes Meer, geliebtes Meer
- Metapher
- Das helle Ufer schimmert feucht vom Schaum der Welle
- Personifikation
- Die Segelboote fliegen aus