Am Strand
1920Da hilft denn also nichts, du bist allein - so beiße deine Zähne fest zusammen, halt deinen Nacken grad und schaue drein, als wolltest du dich in die Erde rammen
ein stolzer Damm gegen das Leid der Welt, das dich in brausender Begier umbrandet und ohnmächtig an dir zu Schaum zerschellt, bis es im Wintersturm der Zeit versandet
und fernabbrausend von dir weicht. Dann - sieh dich um und sieh den Stein, wie ihn, umklebt von Krusten grenzenloser Apathie, der Wüstenwind der Ewigkeit begräbt.
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Interpretation
Das Gedicht "Am Strand" von Gustav Sack thematisiert die Isolation des Einzelnen angesichts des unaufhaltsamen Leids der Welt. Der lyrische Ich-Ausdruck konfrontiert die Erkenntnis der Einsamkeit und fordert zu einem stoischen Widerstand auf. Die Metapher des "stolzen Damms" verdeutlicht den vergeblichen Versuch, sich gegen die übermächtige Flut des Leids zu stemmen, die schließlich vergeblich an einem zerschellt. Der "Wintersturm der Zeit" symbolisiert die Vergänglichkeit und das endgültige Verschwinden des Leids. Die letzte Strophe beschreibt den Moment nach überstandener Einsamkeit und Leid. Der Blick auf den Stein, umhüllt von "Krusten grenzenloser Apathie", symbolisiert die emotionale Erstarrung und die Spuren, die die Erfahrung hinterlassen hat. Der "Wüstenwind der Ewigkeit" deutet auf die unaufhaltsame Vergänglichkeit aller Dinge hin und lässt den Stein letztlich im Sand der Zeit verschwinden. Das Gedicht endet mit einer resignativen Akzeptanz der Vergänglichkeit und der Unausweichlichkeit des Alleinseins.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- dich um und sieh den Stein, wie ihn, umklebt von Krusten grenzenloser Apathie
- Metapher
- der Wüstenwind der Ewigkeit begräbt
- Personifikation
- das dich in brausender Begier umbrandet und ohnmächtig an dir zu Schaum zerschellt