Am See
1839Im tiefen Walde einsam ruht Der See mit dämmerblauem Schein, Es zittert in die dunkle Flut Des Sommers heißer Mittagsschein.
Ein Wasserröslein still erblüht Im See so einsam, duftigrot, Ein Schwan so einsam ihn durchzieht Und singt sein Lied vor seinem Tod.
Es blaut und glitzert im Grund der See, Zwei Schwäne darüber zogen; Sie sangen ein Lied so süß und weh, Es rauschten so leise die Wogen.
Ich stand am See und lauschte hinaus, Als müsse ich ewig lauschen, Als ob meiner Jugend toller Braus Noch einmal vorbei muss′ rauschen.
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Interpretation
Das Gedicht "Am See" von Franz Alfred Muth schildert die tiefen, einsamen und zugleich faszinierenden Aspekte der Natur, die sich in der Stille und Ruhe eines Waldsees widerspiegeln. Der See wird als ein Ort der Kontemplation und des Übergangs dargestellt, wo die Zeit stillzustehen scheint und die Grenzen zwischen Leben und Tod verschwimmen. In der ersten Strophe wird der See als ein stiller, tiefer Ort der Einsamkeit beschrieben, der von der Hitze des Sommers durchflutet wird. Die Natur wird hier als ein Ort der Stille und des Verweilens dargestellt, wo ein Wasserröslein erblüht und ein Schwan seinen Weg zieht, der scheinbar sein letztes Lied vor dem Tod singt. Diese Bilder vermitteln eine Stimmung von Melancholie und Endgültigkeit, die den Leser in eine nachdenkliche Stimmung versetzt. Die zweite Strophe führt zwei Schwäne ein, die über den See ziehen und ein Lied singen, das sowohl süß als auch traurig klingt. Die Wogen rauschen leise, was die friedliche, aber auch traurige Atmosphäre unterstreicht. Der Erzähler steht am See und lauscht, als ob er ewig lauschen müsste, was auf eine tiefe Verbundenheit mit dem Moment und der Sehnsucht nach einer Wiederkehr der Jugend hindeutet. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine tiefe Verbundenheit mit der Natur und den ewigen Kreislauf von Leben und Tod. Die Einsamkeit und Stille des Sees dienen als Spiegel für die inneren Gefühle des Erzählers, der in der Kontemplation der Natur eine Art von Trost und Verständnis für die Vergänglichkeit des Lebens findet.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- blaut und glitzert im Grund der See
- Hyperbel
- als müsse ich ewig lauschen
- Kontrast
- süß und weh
- Metapher
- Der See mit dämmerblauem Schein
- Symbolik
- Schwan so einsam ihn durchzieht