Am Scheideweg

Ludwig Eichrodt

1827

Es gilt ein Mann zu sein, ein Fürst des Lebens! Steck dir ein Ziel, verwirf den Traum! Die tausend Wünsche loderten vergebens, Und herrschen kannst du nur im Raum.

Der Jüngling flieht - Jugend grüne weiter! In Thaten wohnet Poesie. Sei der Humor dein schützender Begleiter! Verlasse dieser Gott dich nie!

Verzage nicht in Ungemach und Sorgen, Kampf ist die Loosung bis zum Tod. Hast du nicht Freunde treu für Heut und Morgen, Die Vieles wenden, was dir droht?

Es holt der Geist vom Geiste sich Genesung, An treuer Brust ruht aus die Brust, Nur die Verlassenheit ist auch Verwesung Jedweder Kraft, jedweder Lust.

Die Liebe aber, die du kennst, die Liebe, Gibt sie nicht allen Wesen Schwung? Wenn sie ein Dämon aus dem Busen triebe, Dir fehlte die Beseligung.

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Illustration zu Am Scheideweg

Interpretation

Das Gedicht "Am Scheideweg" von Ludwig Eichrodt handelt von den Herausforderungen des Lebens und den Entscheidungen, die ein Mensch treffen muss, um ein erfülltes Dasein zu führen. Der Dichter ermutigt den Leser, ein Mann zu sein und ein Ziel zu haben, anstatt in Träumen zu versinken. Er betont die Bedeutung von Tatkraft und Humor als Begleiter auf dem Lebensweg. Der Kampf wird als Lebensaufgabe dargestellt, und der Dichter rät dazu, nicht in Unglück und Sorgen zu verzagen. Freunde werden als wichtige Stütze im Leben erwähnt, die helfen können, drohende Schwierigkeiten zu bewältigen. Der Geist findet in der Nähe treuer Menschen Genesung, während Einsamkeit als Verwesung aller Kraft und Lust beschrieben wird. Schließlich wird die Liebe als universelle Kraft hervorgehoben, die allen Wesen Schwung verleiht und dem Leben Sinn gibt.

Schlüsselwörter

brust jedweder liebe gilt mann fürst lebens steck

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Stilmittel

Metapher
Dir fehlte die Beseligung
Personifikation
Die tausend Wünsche loderten vergebens

Clara Müller-Jahnke

Anfangs wollt ich fast verzagen

Heinrich Heine