Am Rhein
1894Auf Bergeshöh′ Den Pfad entlang, Auf off′ner See Beim Harfenklang.
Im Frührotschein, Bei blauer Luft, Am Rhein, am Rhein Beim Blumenduft.
Im Himmelsraum Den Vögelschwarm, Im Hirn den Traum, Ganz sonder Harm.
Im Abendrot Das Tal hinab, Und dann, dann tot, Allein im Grab.
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Interpretation
Das Gedicht "Am Rhein" von Friederike Kempner zeichnet ein idyllisches Bild des Lebens entlang des Rheins. Die ersten drei Strophen beschreiben eine harmonische Naturkulisse, die von der Schönheit der Landschaft und der friedlichen Atmosphäre geprägt ist. Der Sprecher erlebt die Natur in ihrer vollen Pracht, begleitet von Harfenklang und Blumenduft. Die Bilder von Bergeshöhen, offener See und Vögelschwarm vermitteln ein Gefühl von Freiheit und Leichtigkeit. Die vierte Strophe jedoch bringt eine schmerzhafte Wendung in das Gedicht. Das Abendrot, das zuvor noch als schönes Naturschauspiel beschrieben wurde, wird nun zum Symbol des Todes. Der Sprecher steigt das Tal hinab, was als Abstieg ins Grab interpretiert werden kann. Die Einsamkeit im Grab steht im krassen Gegensatz zur Gemeinschaft und Harmonie, die in den vorherigen Strophen beschrieben wurden. Das Gedicht "Am Rhein" von Friederike Kempner ist eine eindringliche Auseinandersetzung mit der Vergänglichkeit des Lebens. Es zeigt, wie schnell die Schönheit und Harmonie des Lebens von der Realität des Todes überlagert werden können. Die letzten beiden Zeilen des Gedichts, "Und dann, dann tot, Allein im Grab", hinterlassen einen tiefen Eindruck von der Endgültigkeit des Todes und der Einsamkeit, die damit einhergeht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Auf Bergeshöh′ Den Pfad entlang, Auf off′ner See Beim Harfenklang
- Assonanz
- Im Frührotschein, Bei blauer Luft, Am Rhein, am Rhein Beim Blumenduft
- Enjambement
- Und dann, dann tot, Allein im Grab
- Metapher
- Im Himmelsraum Den Vögelschwarm
- Symbolik
- Im Abendrot Das Tal hinab