Am Morgen
1916Aufs offne Mäulchen ein Kuss. Augenreiben und halber Verdruss. Aber Erkennen und Lachen Hilft völlig erwachen. Dann ein Schlupfunter, Ein drüber und drunter. Indessen steht Schon draußen ein Weilchen Und äugelt, so gut wie′s geht Vom Balkon durch den Thürritz, Musjö Fürwitz, Der Frühaufsteher Tag, Und sieht sein Teilchen. Was er wohl denken mag.
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Interpretation
Das Gedicht "Am Morgen" von Gustav Falke beschreibt den morgendlichen Weckprozess eines Kindes. Der erste Vers deutet auf einen liebevollen Kuss hin, der das Kind sanft aus dem Schlaf holt. Die folgenden Zeilen schildern die anfängliche Verärgerung des Kindes, die jedoch schnell durch Erkennen und Lachen überwunden wird. Dies führt zu einem vollständigen Erwachen und dem anschließenden Aufstehen, beschrieben durch die spielerischen Worte "Schlupfunter" und "drüber und drunter". Im zweiten Teil des Gedichts richtet sich der Blick nach draußen, wo der Tag bereits auf den Balkon getreten ist und durch die Türspalte späht. Der Tag wird personifiziert als "Musjö Fürwitz", ein früher Vogel, der gespannt darauf wartet, was der Tag bringen wird. Die letzten Worte des Gedichts, "Was er wohl denken mag", lassen den Leser über die Gedanken des Tages nachdenken und verleihen dem Gedicht eine gewisse Offenheit und Weite. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine heitere und liebevolle Atmosphäre des morgendlichen Aufwachens. Es zeigt die kleinen, alltäglichen Momente des Lebens, die oft übersehen werden, aber eine besondere Schönheit und Bedeutung haben. Die Personifizierung des Tages fügt eine zusätzliche Ebene der Tiefe und des Nachdenkens hinzu, die den Leser dazu einlädt, über die Natur der Zeit und des Lebens nachzudenken.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Enjambement
- Dann ein Schlupfunter, Ein drüber und drunter.
- Ironie
- Was er wohl denken mag.
- Metapher
- Der Frühaufsteher Tag
- Personifikation
- Musjö Fürwitz, Der Frühaufsteher Tag