Am Mittelmeer

Adolf Friedrich Graf von Schack

1815

Hinunter in die Myrtenschlucht Stürzt sich zerflatternd die Kaskade, Es rauscht das Meer von Bucht zu Bucht Entlang der zackigen Gestade, Und Höhle tönt und Felsenspalt Vom Lispeln seiner Wellenzungen; Im Herzen murmelt′s mir und hallt Von wonnigen Erinnerungen.

Strahlend in Regenbogenglanz, Grün, golden und mit Silberflamme, Hin hüpft des Lichtes Zittertanz Von Wellenkamm zu Wellenkamme Und wiegt um Klippen, schaumbespritzt, Sich funkelnd auf dem Wogenschlage. Im Herzen leuchtet′s mir und blitzt Von der Erinnrung sel′ger Tage.

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Illustration zu Am Mittelmeer

Interpretation

Das Gedicht "Am Mittelmeer" von Adolf Friedrich Graf von Schack schildert die beeindruckende Naturkulisse des Mittelmeers, insbesondere die Kaskade, die in die Myrtenschlucht stürzt, und das rauschende Meer entlang der zerklüfteten Küste. Die Natur wird dabei als lebendig und kommunikativ dargestellt, wobei das Meer "von Bucht zu Bucht" rauscht und Höhlen und Felsenspalten vom "Lispeln seiner Wellenzungen" erfüllt werden. Diese lebendige Naturkulisse weckt im Herzen des lyrischen Ichs "wonnige Erinnerungen" und ein Gefühl der Sehnsucht nach vergangenen Tagen. Im zweiten Teil des Gedichts rückt das Licht als weiteres faszinierendes Naturphänomen in den Mittelpunkt. Das Licht tanzt in Regenbogenfarben und "Zittertanz" über die Wellenkämme und um die Klippen, wobei es sich "funkelnd" auf dem "Wogenschlage" wiegt. Auch diese eindrucksvolle Lichtstimmung löst im Herzen des lyrischen Ichs ein Leuchten und Blitzen aus, das an "sel'ger Tage" erinnert. Das Licht wird somit zu einem Symbol für die Schönheit und Vergänglichkeit der Natur und des Lebens. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine tiefe Verbundenheit des lyrischen Ichs mit der Mittelmeerkulisse und ein Gefühl der Sehnsucht nach vergangenen, glücklichen Tagen. Die Natur wird dabei als Quelle der Inspiration und der Erinnerung dargestellt, die das Herz des lyrischen Ichs berührt und zum Schwingen bringt. Die eindrucksvolle Sprache und die lebendige Naturbeschreibung machen das Gedicht zu einem gelungenen Lobgesang auf die Schönheit des Mittelmeers und die Kraft der Erinnerung.

Schlüsselwörter

bucht herzen hinunter myrtenschlucht stürzt zerflatternd kaskade rauscht

Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
Grün, golden und mit Silberflamme
Bildsprache
Hin hüpft des Lichtes Zittertanz
Metapher
Es rauscht das Meer von Bucht zu Bucht
Personifikation
Felsenspalt / Vom Lispeln seiner Wellenzungen
Vergleich
Und wiegt um Klippen, schaumbespritzt