Am Meerufer
1890Und Welle kommt und Welle flieht, Und der Wind stürzt sein Lied, Schaumwasser spielt an deine Schuhe Knie nieder, Wandrer, ruhe.
Es wälzt das Meer zur Sonne hin, Und aller Himmel blüht darin. Mit welcher Welle willst du treiben? Es wird nicht immer Mittag bleiben.
Es braust ein Meer zur Ewigkeit, In Glanz und Macht und Schweigezeit, Und niemand weiß wie weit – Und einmal kommst du dort zur Ruh, Lebenswandrer, Du.
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Interpretation
Das Gedicht "Am Meerufer" von Gerrit Engelke ist eine tiefgründige Meditation über die Vergänglichkeit des Lebens und die unaufhaltsame Zeit. Das Meer wird als Metapher für das Leben verwendet, wobei die Wellen die flüchtigen Momente und die unendliche Weite des Meeres die Ewigkeit symbolisieren. Der Wanderer wird aufgefordert, innezuhalten und die Schönheit des Augenblicks zu würdigen, bevor sie vorüberzieht. Das Gedicht beginnt mit einer ruhigen, fast meditativen Stimmung, die den Leser einlädt, sich auf die Szene am Meerufer einzulassen. Die Bilder von Wellen, die kommen und gehen, und der Wind, der sein Lied stürzt, erzeugen eine Atmosphäre der Vergänglichkeit und des Wandels. Der Wanderer wird aufgefordert, sich niederzuknien und auszuruhen, was auf die Notwendigkeit hinweist, innezuhalten und die Gegenwart zu schätzen. Im zweiten Teil des Gedichts wird die Unvermeidlichkeit des Wandels und des Endes betont. Die Frage, mit welcher Welle der Wanderer treiben möchte, deutet auf die Ungewissheit des Lebensweges hin. Die Erkenntnis, dass "es nicht immer Mittag bleiben" wird, unterstreicht die Vergänglichkeit der guten Zeiten und die Notwendigkeit, sich auf das Unvermeidliche vorzubereiten. Das Gedicht endet mit der Vorstellung, dass der Wanderer schließlich in der Ewigkeit zur Ruhe kommen wird, was auf den Tod als letzten Ruheort hindeutet.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Welle kommt und Welle flieht
- Hyperbel
- Und aller Himmel blüht darin
- Metapher
- Lebenswandrer
- Personifikation
- Und der Wind stürzt sein Lied
- Rhetorische Frage
- Mit welcher Welle willst du treiben?
- Symbolik
- Es braust ein Meer zur Ewigkeit