Am Fronleichnamstage
1841O fasse Mut, er ist dir nah Du hast sein Fleisch, sein heilig Blut Genossen ja. O meine arme Seele, fasse Mut Er ist ja dein, er ward dein Fleisch und Blut. Nicht wie du solltest, reich und warm Kamst freilich du zu seinem Mahl: Du warst ein arm Zerlumpter Gast: doch zitterte die Qual In dir des Sehnens: Tränen sonder Zahl Hast du vergossen in der Angst, Die dennoch Freudenschauer war.
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Interpretation
Das Gedicht "Am Fronleichnamstage" von Annette von Droste-Hülshoff ist ein geistliches Gedicht, das sich mit dem Thema der Kommunion und der Beziehung zwischen Mensch und Gott auseinandersetzt. Die Sprecherin ermutigt ihre Seele, Mut zu fassen, da sie bereits das Fleisch und das heilige Blut Gottes genossen hat. Sie betont, dass Gott ihr nahe ist und dass sie durch die Kommunion eins mit ihm geworden ist. Die Sprecherin gesteht jedoch ein, dass sie nicht so gekommen ist, wie sie es hätte tun sollen, reich und warm. Sie beschreibt sich selbst als einen armen, zerlumpten Gast, der dennoch von tiefer Sehnsucht und Angst erfüllt war. Trotz ihrer Unvollkommenheit hat sie in ihrer Angst unzählige Tränen vergossen, die jedoch auch Freudenschauer waren. Dies deutet darauf hin, dass ihre emotionale Erfahrung während der Kommunion eine Mischung aus Schmerz und Freude war. Das Gedicht vermittelt eine tiefe spirituelle Intimität zwischen der Sprecherin und Gott. Es betont die transformative Kraft der Kommunion, die es der Seele ermöglicht, eins mit Gott zu werden. Gleichzeitig erkennt die Sprecherin ihre eigene Unvollkommenheit an und drückt ihre Dankbarkeit für die Gnade aus, die es ihr ermöglicht hat, an diesem heiligen Mahl teilzunehmen. Das Gedicht ist eine ehrliche und bewegende Darstellung der spirituellen Erfahrung der Kommunion.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- O fasse Mut, er ist dir nah Du hast sein Fleisch, sein heilig Blut Genossen ja. O meine arme Seele, fasse Mut Er ist ja dein, er ward dein Fleisch und Blut.
- Metapher
- Du warst ein arm Zerlumpter Gast
- Personifikation
- Die dennoch Freudenschauer war