Am Ende

Andreas Gryphius

1945

Jedoch was klag ich dir? Dir ist mein Leid erkannt. Was will ich dir entdecken, Was du viel besser weißt: Die Schmerzen, die mich schrecken, Die Wehmut, die mich beißt, Und daß ich meinem Ziel mit Winseln zugerannt?

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Illustration zu Am Ende

Interpretation

Das Gedicht "Am Ende" von Andreas Gryphius ist ein tiefgründiges und emotionales Werk, das die Gefühle von Verzweiflung und Resignation ausdrückt. Der Sprecher des Gedichts scheint in einer tiefen Krise zu stecken und sucht nach einem Weg, seine Schmerzen und Ängste zu überwinden. Er wendet sich an eine höhere Instanz, möglicherweise an Gott oder das Schicksal, und fragt sich, ob es überhaupt noch einen Sinn hat, seine Sorgen und Nöte zu offenbaren. Er erkennt, dass diese Instanz bereits alles über sein Leid weiß und dass es keinen Grund gibt, seine Gefühle zu verbergen oder zu verschweigen. Der zweite Teil des Gedichts beschäftigt sich mit den konkreten Schmerzen und Ängsten des Sprechers. Er erwähnt die Schmerzen, die ihn schrecken, und die Wehmut, die ihn beißt. Diese Beschreibungen vermitteln ein Gefühl von tiefem emotionalen Leid und Verzweiflung. Der Sprecher scheint sich selbst zu hinterfragen und fragt sich, ob er mit Winseln seinem Ziel zugerannt ist. Diese Selbstreflexion zeigt, dass er sich seiner eigenen Schwäche und Hilflosigkeit bewusst ist. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine Stimmung der Resignation und des Aufgebens. Der Sprecher scheint den Glauben an eine positive Veränderung verloren zu haben und akzeptiert sein Schicksal. Das Gedicht ist ein Ausdruck von tiefem emotionalen Schmerz und zeigt die menschliche Verletzlichkeit in Zeiten der Krise. Es lädt den Leser dazu ein, sich mit den eigenen Ängsten und Sorgen auseinanderzusetzen und möglicherweise Trost in der Erkenntnis zu finden, dass man nicht allein ist mit seinen Gefühlen.

Schlüsselwörter

jedoch klag leid erkannt will entdecken viel besser

Wortwolke

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Stilmittel

Anapher
Jedoch was klag ich dir?
Hyperbel
mit Winseln zugerannt
Metapher
Die Schmerzen, die mich schrecken
Personifikation
Dir ist mein Leid erkannt
Rhetorische Frage
Was will ich dir entdecken?