Am Aktentisch
1885Da hab ich den ganzen Tag dekretiert; Und es hätte mich fast wie so manchen verführt: Ich spürte das kleine dumme Vergnügen, Was abzumachen, was fertigzukriegen.
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Interpretation
Das Gedicht "Am Aktentisch" von Theodor Storm beschreibt die Erfahrung eines Beamten, der einen Tag mit der Bearbeitung von Akten verbringt. Der Autor vermittelt die Monotonie und den Druck des bürokratischen Alltags, der den Protagonisten fast in Versuchung führt, sich dem einfachen Vergnügen des Abschließens und Erledigens von Aufgaben hinzugeben. Die Arbeit am Aktentisch wird als eine Art Zwang dargestellt, der den Menschen von wichtigeren Dingen ablenkt und ihn in einen Kreislauf der Routine gefangen hält. Die Verwendung des Wortes "dekretiert" unterstreicht die Autorität und Macht, die der Protagonist in seiner Position als Beamter hat. Doch diese Macht scheint ihn auch zu isolieren und von der Außenwelt abzuschneiden. Das "kleine dumme Vergnügen" des Abschließens von Aufgaben wird als eine Art Flucht aus der Realität dargestellt, die den Protagonisten vorübergehend von den Belastungen des Lebens befreit. Allerdings wird auch deutlich, dass dieses Vergnügen letztlich leer und unbefriedigend ist, da es den Menschen nicht wirklich weiterbringt oder ihm ein tieferes Glück verschafft. Das Gedicht "Am Aktentisch" von Theodor Storm ist eine eindringliche Darstellung der Auswirkungen des bürokratischen Systems auf den Einzelnen. Es zeigt, wie die Arbeit am Aktentisch den Menschen in einen Kreislauf der Routine und des Vergessens gefangen halten kann, der ihn von wichtigeren Dingen im Leben ablenkt. Das Gedicht regt zum Nachdenken über die Bedeutung von Arbeit und die Suche nach einem tieferen Sinn im Leben an.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- dekretiert; Und es hätte
- Enjambement
- Ich spürte das kleine dumme Vergnügen, / Was abzumachen, was fertigzukriegen.
- Personifikation
- Was abzumachen, was fertigzukriegen