Alte Laute

Justinus Kerner

1840

Hörst du den Vogel singen? Siehst du den Blütenbaum? Herz! kann dich das nicht bringen Aus deinem bangen Traum?

Was hör′ ich? Alte Laute Wehmüt′ger Jünglingsbrust, Der Zeit, als ich vertraute Der Welt und ihrer Lust.

Die Tage sind vergangen, Mich heilt kein Kraut der Flur; Und aus dem Traum, dem bangen, Weckt mich ein Engel nur.

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Interpretation

Das Gedicht "Alte Laute" von Justinus Kerner handelt von der Sehnsucht nach vergangener Zeit und der Melancholie, die mit dem Erwachsenwerden einhergeht. Der erste Teil des Gedichts beschreibt eine Szene aus der Natur, in der ein Vogel singt und ein Baum blüht. Der Sprecher fragt sein Herz, ob es nicht durch diese Schönheit aus seinem ängstlichen Traum geweckt werden kann. Dies deutet darauf hin, dass der Sprecher in einer Art Traumzustand gefangen ist und sich nach etwas sehnt, das ihm Trost spenden kann. Im zweiten Teil des Gedichts hört der Sprecher "alte Laute", die aus der Zeit stammen, als er der Welt und ihren Freuden vertraute. Diese Laute sind melancholisch und erinnern ihn an seine Jugend und die Zeit, als er noch voller Hoffnung und Zuversicht war. Der Sprecher erkennt, dass diese Tage vorbei sind und dass er nicht mehr in der Lage ist, sich in die Vergangenheit zurückzuversetzen. Im letzten Teil des Gedichts akzeptiert der Sprecher, dass die Tage der Jugend vorbei sind und dass er nicht mehr in der Lage ist, sich in die Vergangenheit zurückzuversetzen. Er erkennt, dass kein Kraut der Flur ihn heilen kann und dass er nur von einem Engel aus seinem ängstlichen Traum geweckt werden kann. Dies deutet darauf hin, dass der Sprecher sich nach Erlösung sehnt und hofft, dass er eines Tages aus seinem melancholischen Zustand erwachen wird.

Schlüsselwörter

bangen traum hörst vogel singen siehst blütenbaum herz

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Stilmittel

Anapher
Hörst du den Vogel singen? Siehst du den Blütenbaum?
Hyperbel
Und aus dem Traum, dem bangen, Weckt mich ein Engel nur.
Kontrast
Die Tage sind vergangen, Mich heilt kein Kraut der Flur;
Metapher
Herz! kann dich das nicht bringen Aus deinem bangen Traum?
Personifikation
Der Zeit, als ich vertraute Der Welt und ihrer Lust.