Als Sr. Königl. Majestät von Preussen

Christian Friedrich Hunold

1712

Wenn der Canonen Donner knallt/ Wenn Paucken zu Trompeten klingen/ Wenn Millionen Lob erschallt/ Ein gantzes Königreich will singen; Wenn sich der Lüffte Thon vermehrt/ Vom Jauchzen über Friedrichs Leben/ Und niemand meinen Jubel hört/ Wird mir Gehör der Himmel geben.

Es streite Preussen mit der Welt/ Ob seinem Herrscher welche gleichen. Es geben ihm so Hoff als Feld Die Welt-berühmten Sieges Zeichen; Es zehle seiner Thaten-Heer; Sein Eyfer wird doch nichts erlangen/ Als daß es nun und nimmermehr Satt preiset/ was es angefangen.

Denn Gottes Huld ist allzugroß: Wenn um und um Carthaunen blitzen; Wenn aller Länder Unglück loß; So können wir in Frieden sitzen. Zwar Friederich hat seinen Feind/ Den kan sein Helden Arm erschrecken; Doch die in seinem Reiche seynd/ Will Er durch Adlers Flügel decken.

Diß preise mehr als Preußens Reich. Auch ferne Länder mögens loben. Den Erben rühme man zugleich/ In dem wir viele große Proben Von Friedrich Willhelms Geiste sehn. Unsterblich ist dein Hauß O König! Der Himmel spricht/ es wird geschehn/ Und dennoch sagt ihr noch zu wenig.

Wir wissen freylich deine Treu/ O höchster Gott nicht aus zu drücken/ Da des Gesalbten Leben neu/ Durch welchen du uns willst beglücken. Drum preiß ich alle Wunder nicht/ Durch welche wir im Seegen prangen/ Nur ehr′ ich dieses große Licht/ Das allen Musen aufgegangen.

Da die Gelehrten hoch im Wehrt/ Die Kirch und Regiment verwalten/ Hat einst diß Königreich begehrt/ So einen Fürsten zu erhalten/ Der Land und Schulen herrlich macht. Der Himmel sprach: Er sey erkohren Drauf wurde Preußens Heil und Pracht/ Und auch der Musen Fürst gebohren.

Es jauchze das beglückte Land/ So daß es in die Wolcken dringet! Der Himmel rief: Es sey bekand/ Daß dieser Fürst mein Wohlseyn bringet. Drauf ward er durch desselben Rath Zum Erb-Printz unverhofft erlesen. Der Chur-Hut/ war die andre That/ Daß Gott mit Ihm und uns gewesen.

Der sprach: erbaue zum Behuf Der Wissenschafft und Tugend Tempel/ Am Tage/ da ich dich erschuf; Und sey ihr Vater und Exempel. Fridriciana ward erzeugt/ Die Tochter eines weisen Helden. Wie ihr sein Vater Hertz geneigt/ Wird heut ihr triumphiren melden.

Da Gott nun unserm Salomon/ Mit Weißheit alles Heil gegeben/ So gab er Ihm auch Preußens Thron Als König wohl-verdient zu leben/ Weil er Verfolgte hat geschützt/ Vor Gott ein frommes Hertz getragen/ Durch sich die Tugend unterstützt/ Sein Land geliebt/ den Feind geschlagen.

Nun unser weiser König lebt! Ihr Engel nehmet unsre Lieder/ Weil ihr vor Gottes Throne schwebt/ Legt da diß schlechte Dancken nieder. Lobsinget jetzt mit uns dem Herrn/ Und laßt die Engels-Stimmen hören: Ihr habet Euren König gern? Gott wird sein Reich und Leben mehren.

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Illustration zu Als Sr. Königl. Majestät von Preussen

Interpretation

Das Gedicht "Als Sr. Königl. Majestät von Preussen" von Christian Friedrich Hunold ist eine Lobpreisung Friedrichs des Großen und seines Vaters Friedrich Wilhelm I. Es verherrlicht die militärischen Erfolge Preußens, die Weisheit und Tugendhaftigkeit der Herrscher sowie die Förderung von Wissenschaft und Bildung unter ihrer Regentschaft. Das Gedicht betont die göttliche Fügung, die zur Geburt und Erhebung dieser Herrscher führte, und preist ihre Leistungen für das Land und die Menschheit. Das Gedicht hebt die militärischen Erfolge Preußens hervor und vergleicht sie mit einem "Kampf" gegen die ganze Welt. Es erwähnt die "siegesreichen Zeichen" und die zahlreichen Taten der Herrscher, die trotz aller Anstrengungen nicht vollständig gewürdigt werden können. Der Dichter betont, dass trotz der Gefahren und des Unglücks in der Welt, Preußen in Frieden leben kann, da Friedrich seine Feinde besiegt hat und sein Reich unter dem schützenden "Adlerflügel" steht. Das Gedicht würdigt auch die Förderung von Wissenschaft und Bildung durch die Herrscher, insbesondere die Gründung von "Fridriciana" als einem Tempel des Wissens und der Tugend. Es betont die Weisheit und Frömmigkeit Friedrichs des Großen, der Verfolgte schützte, die Tugend unterstützte und sein Land liebte. Das Gedicht schließt mit einem Aufruf zum Lobpreis Gottes und der Engel, die die Leistungen der Herrscher anerkennen und für ihr weiteres Wohl und den Erfolg ihres Reiches beten.

Schlüsselwörter

gott leben himmel könig diß preußens land sey

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Stilmittel

Hyperbel
Ein gantzes Königreich will singen
Metapher
Und laßt die Engels-Stimmen hören
Personifikation
Wenn Paucken zu Trompeten klingen