Als sie sang
1827Was ist der armen Nachtigall Denn angekommen? Der Flötenstimme süßer Schall Klingt so beklommen. Verstummen möchte ganz und gar Die Holde, ach sie fühlt es klar - Dahin dahin ihr Hoffen! Sie weiß sich übertroffen.
Was fürchtet sich die Lerche vor Des Waldes Spöttern? Zum Himmel nimmer jauchzt empor Ihr lieblich Schmettern. Sie flieht der Sonne goldnen Gruß, Denn ihre Kunst macht ihr Verdruß - O seelenbittre Stunden! Sie fühlt sich überwunden.
Was hat um seine Lust am See Den Schwan betrogen? Er rudert nimmer auf der Höh Der vollen Wogen; Er trauert hin am Ufer müd - Sein unvergänglich Schwanenlied, Sein sterbesüßes Singen Wird es ihm einst gelingen?
Ach Elsa, Elsa dein Gesang Schuf solche Klagen, In deiner Stimme Zauberklang Läßt sie verzagen! Entzückend - wie du selbst nur bist, Der Liebreiz deiner Lieder ist Nimm hin die Huldigungen! Du hast auch mich bezwungen.
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Interpretation
Das Gedicht "Als sie sang" von Ludwig Eichrodt thematisiert die überwältigende Wirkung von Elsas Gesang auf verschiedene Vögel und den Sprecher selbst. Es wird beschrieben, wie die Nachtigall, die Lerche und der Schwan durch Elsas Stimme in ihrer eigenen Kunst und ihrem Selbstbewusstsein beeinträchtigt werden. Die Nachtigall fühlt sich von der Süße von Elsas Stimme übertroffen und möchte am liebsten verstummen, die Lerche fürchtet sich vor den Spöttern im Wald und flieht vor der Sonne, da ihre Kunst ihr Verdruß bereitet, und der Schwan, der einst voller Lust auf dem See schwamm, rudert nun traurig am Ufer und fragt sich, ob er jemals sein unvergängliches Schwanenlied wird singen können. Das Gedicht verdeutlicht die Macht von Elsas Gesang, der selbst die schönsten und talentiertesten Vögel in ihrer Kunst übertreffen kann. Es wird betont, dass Elsas Stimme einen Zauberklang besitzt, der die Vögel zum Verzweifeln bringt und ihre eigene Kunst als unbedeutend erscheinen lässt. Der Sprecher selbst bekennt, dass auch er von Elsas Liebreiz und der Entzückung ihrer Lieder bezwungen wurde und ihr Huldigungen darbringt. Abschließend lässt sich sagen, dass das Gedicht die überwältigende Wirkung von Elsas Gesang auf die Natur und den Sprecher selbst thematisiert. Es verdeutlicht, wie ihre Stimme selbst die schönsten und talentiertesten Vögel in ihrer Kunst übertreffen kann und sie zum Verzweifeln bringt. Der Sprecher selbst bekennt, dass auch er von Elsas Liebreiz und der Entzückung ihrer Lieder bezwungen wurde und ihr Huldigungen darbringt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Die Wiederholung des 'S'-Lautes in 'süßer Schall' und 'so beklommen'.
- Anapher
- Die Wiederholung von 'Sie' am Anfang der Zeilen in der ersten Strophe.
- Bildsprache
- Die Beschreibung der Lerche, die 'zum Himmel nimmer jauchzt empor', schafft ein lebendiges Bild.
- Frage
- Die wiederholten Fragen am Anfang jeder Strophe (z.B. 'Was ist der armen Nachtigall denn angekommen?') betonen das Erstaunen und die Bewunderung.
- Hyperbel
- Die Aussage 'Entzückend - wie du selbst nur bist' übertreibt die Schönheit von Elsas Stimme.
- Kontrast
- Der Kontrast zwischen dem 'unvergänglich Schwanenlied' und dem trauernden Schwan am Ufer.
- Metapher
- Die 'Flötenstimme süßer Schall' wird als Metapher für eine besonders schöne Stimme verwendet.
- Personifikation
- Die Nachtigall wird als 'Holde' bezeichnet, was ihr menschliche Züge verleiht.
- Reimschema
- Das Gedicht folgt einem konsistenten Reimschema, das zur musikalischen Qualität beiträgt.
- Symbolik
- Der Schwan und sein 'sterbesüßes Singen' symbolisieren die Schönheit und den Schmerz der Kunst.