Als Luise die Briefe ihres ungetreuen Liebhabers verbrannte
1839Erzeugt von heißer Phantasie, In einer schwärmerischen Stunde Zur Welt Gebrachte, geht zugrunde, Ihr Kinder der Melancholie!
Ihr danket Flammen euer Sein, Ich geb euch nun den Flammen wieder, Und all die schwärmerischen Lieder, Denn ach! er sang nicht mir allein!
Ihr brennet nun, und bald, ihr Lieben, Ist keine Spur von euch mehr hier. Doch ach! der Mann, der euch geschrieben, Brennt lange noch vielleicht in mir.
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Interpretation
Das Gedicht "Als Luise die Briefe ihres ungetreuen Liebhabers verbrannte" von Gabriele von Baumberg handelt von einer Frau namens Luise, die die Briefe ihres untreuen Liebhabers verbrennt. Die Verse sind erfüllt von Melancholie und Trauer über die zerbrochene Liebe. Luise zerstört die schriftlichen Zeugnisse der Liebe, um sich von den Erinnerungen an den untreuen Mann zu befreien. Die Sprecherin im Gedicht spricht die verbrannten Briefe direkt an und bedauert, dass sie nur durch die Phantasie und eine schwärmerische Stunde entstanden sind, um dann zugrunde zu gehen. Sie überlässt die Briefe wieder den Flammen und verabschiedet sich von den "schwärmerischen Liedern", da der Liebhaber nicht nur ihr allein gesungen hat. Die Verbrennung der Briefe soll auch die damit verbundenen Emotionen auslöschen. Trotz der Zerstörung der Briefe bleibt die Liebe zur untreuen Person in Luise bestehen. Sie befürchtet, dass der Mann, der die Briefe geschrieben hat, lange in ihr weiterbrennen wird. Die letzten Zeilen verdeutlichen, dass die Emotionen und Erinnerungen an die verlorene Liebe nicht so einfach ausgelöscht werden können wie die geschriebenen Worte. Das Gedicht thematisiert den schmerzhaften Prozess des Loslassens und die anhaltende Wirkung unerwiderter oder betrogener Liebe.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Ihr brennet nun, und bald, ihr Lieben
- Apostrophe
- Ihr Kinder der Melancholie!
- Bildsprache
- Zur Welt Gebrachte
- Hyperbel
- Brennt lange noch vielleicht in mir
- Kontrast
- Ich geb euch nun den Flammen wieder
- Metapher
- Ihr danket Flammen euer Sein
- Personifikation
- Erzeugt von heißer Phantasie