Als Ihro Hoheit die Czaarische Printzessin ihren Geburts-Tag celebrirte
1713Es wolte die Glückseeligkeit Sich mit den Menschen einst verbinden/ Doch solte die Vollkommenheit Sich in derselben Tugend finden. Sie sah auf Anthon Ulrichs Hauß/ Und sprach: diß hat mein Hertz erkohren/ Charlotta wurde gleich daraus Die trefflichste der Welt gebohren.
Die Fürstin war der Tugend Pracht/ Der Anmuth ihr vollkommnes Wesen. Ein Printz/ den Gott der Russen Macht Zum Herrscher einsten auserlesen/ Kam als ein theurer Fürst der Zeit/ Dem nichts an hoher Tugend fehlet/ Mit dem hat die Glückseeligkeit Durch die Printzeßin sich vermählet.
Da Rußland nun den Tag erblickt/ Der ihm die Fürstin hat gegeben/ Ist alles von der Lust entzückt/ Und bittet Gott um langes Leben. Der Himmel spricht: es soll geschehn: Sie wird diß Reich mit Erben bauen/ Ihr aber solt sie lange sehn/ Und Euch dadurch Glückselig schauen.
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Interpretation
Das Gedicht "Als Ihro Hoheit die Czaarische Printzessin ihren Geburts-Tag celebrirte" von Christian Friedrich Hunold feiert die Geburt und Tugendhaftigkeit der Zarin Charlotte, Gattin des russischen Zaren Peter den Großen. Die Glückseligkeit selbst wählt das Haus Anton Ulrichs aus, um durch die Geburt der Zarin Charlotte die Vollkommenheit in die Welt zu bringen. Charlotte wird als Inbegriff von Tugend und Anmut dargestellt, deren Heirat mit dem russischen Herrscher eine Verbindung von Glück und Herrschaft symbolisiert. Das Gedicht betont die herausragende Rolle der Zarin als Vorbild der Tugend und als Symbol des Glücks für das russische Volk. Ihre Geburt wird als ein schicksalhaftes Ereignis dargestellt, das dem Land Wohlstand und Glück bringt. Die Verbindung mit dem russischen Zaren wird als göttliche Fügung interpretiert, die das Schicksal Russlands positiv beeinflusst. Der Schluss des Gedichts richtet sich an das Volk, das die Zarin als Quelle des Glücks und der Hoffnung für die Zukunft betrachtet. Die Bitte um langes Leben für die Zarin und die Erwartung, dass sie das Reich mit Erben bevölkern wird, unterstreichen die Bedeutung ihrer Rolle für die Stabilität und den Fortbestand der Herrschaft. Das Gedicht schließt mit der Zuversicht, dass die Anwesenheit der Zarin den Menschen Glück und Segen bringen wird.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Vollkommenheit / Sich in derselben Tugend finden
- Hyperbel
- Charlotta wurde gleich daraus / Die trefflichste der Welt gebohren
- Metapher
- Die Fürstin war der Tugend Pracht
- Personifikation
- Es wolte die Glückseeligkeit / Sich mit den Menschen einst verbinden
- Symbolik
- Anthon Ulrichs Hauß / Und sprach: diß hat mein Hertz erkohren