Als ich Tristan kennen lernte
1917O, Du mein Engel, Wir schweben nur noch In holden Wolken.
Ich weiß nicht, ob ich lebe Oder süß gestorben bin In deinem Herzen.
Immer feiern wir Himmelfahrt Und viel, viel Schimmer.
Goldene Heiligenbilder Sind deine Augen.
Sage - wie ich bin? Überall wollen Blumen aus mir.
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Interpretation
Das Gedicht "Als ich Tristan kennen lernte" von Else Lasker-Schüler beschreibt die überirdische und transzendente Erfahrung der Liebe. Die Sprecherin fühlt sich, als würde sie gemeinsam mit ihrem Engel Tristan in himmlischen Wolken schweben, fernab der irdischen Realität. Diese himmlische Sphäre ist erfüllt von einer süßen, fast tödlichen Intensität, die die Grenzen zwischen Leben und Tod verwischt. Die Liebe zu Tristan wird als eine ewige Himmelfahrt dargestellt, ein immerwährender Zustand der Erhebung und des Glanzes. Die Augen Tristans werden mit goldenen Heiligenbildern verglichen, was ihre göttliche und heilige Natur unterstreicht. Die Sprecherin selbst wird zu einem Ort, an dem Blumen wachsen wollen, was ihre Fruchtbarkeit und ihre Fähigkeit symbolisiert, Schönheit und Leben hervorzubringen. Das Gedicht ist eine Hymne auf die transformative Kraft der Liebe, die den Alltag transzendiert und den Liebenden in eine Welt des ewigen Glanzes und der Schönheit versetzt. Die Sprache ist reich an religiösen und himmlischen Bildern, die die Heiligkeit und die Transzendenz dieser Liebe betonen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- Immer feiern wir Himmelfahrt
- Hyperbel
- Oder süß gestorben bin
- Metapher
- Überall wollen Blumen aus mir
- Personifikation
- Überall wollen Blumen aus mir