Als ich dich fragte..

Erich Kurt Mühsam

1909

Als ich dich fragte: Darf ich Sie beschützen? Da sagtest du: Mein Herr, Sie sind trivial. Als ich dich fragte: Kann ich ihnen nützen? Da sagtest du: Vielleicht ein andres Mal. Als ich dich bat: Ein Kuß, mein Kind, zum Lohne! Da sagtest du: Mein Gott, was ist ein Kuß? Als ich befahl: Komm mit mir, wo ich wohne! - Da sagtest du: Na, endlich ein Entschluß!

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Interpretation

Das Gedicht "Als ich dich fragte.." von Erich Kurt Mühsam handelt von einem Mann, der einer Frau seine Zuneigung gestehen möchte. Er versucht es auf verschiedene Weise, doch sie weist ihn jedes Mal auf ihre eigene Art zurück. Die Frau scheint die Angebote des Mannes als zu simpel oder nicht ernsthaft genug zu empfinden. Im ersten Versuch bietet der Mann an, die Frau zu beschützen. Doch sie weist dies zurück, indem sie ihn als "trivial" bezeichnet, was darauf hindeutet, dass sie seine Vorstellung von Schutz als zu einfach und nicht ausreichend empfindet. Im zweiten Versuch fragt der Mann, ob er der Frau nützlich sein kann. Auch hier erhält er eine abweisende Antwort, die darauf hindeutet, dass die Frau seine Hilfe nicht sofort benötigt oder schätzt. Im dritten Versuch bietet der Mann einen Kuss als Belohnung an. Die Frau reagiert darauf mit Verwunderung und stellt die Bedeutung eines Kusses in Frage. Es scheint, als ob sie die Geste des Mannes als zu leichtfertig oder nicht ausreichend empfindet, um ihre Zuneigung zu gewinnen. Erst im letzten Versuch, als der Mann die Frau auffordert, mit ihm zu kommen, wo er wohnt, scheint die Frau endlich bereit zu sein, auf ihn einzugehen. Ihre Antwort "Na, endlich ein Entschluss!" deutet darauf hin, dass sie auf eine ernsthafte und entschlossene Geste des Mannes gewartet hat, bevor sie bereit war, auf ihn zuzugehen.

Schlüsselwörter

sagtest fragte kuß darf beschützen herr trivial kann

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Stilmittel

Anapher
Als ich dich fragte: Darf ich Sie beschützen? / Als ich dich fragte: Kann ich ihnen nützen? / Als ich dich bat: Ein Kuß, mein Kind, zum Lohne! / Als ich befahl: Komm mit mir, wo ich wohne!
Ironie
Mein Herr, Sie sind trivial
Rhetorische Frage
Mein Gott, was ist ein Kuß?
Wendepunkt
Na, endlich ein Entschluß!