Als er sie das erste mahl küßte

Benjamin Neukirch

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Ich habe/ Sylvia/ dich einmahl nur geküßt/ Und meynt’ ich würde mir mein kranckes hertze laben; O! aber weit gefehlt! ich weiß nicht/ wo es ist/ Und glaub/ es hat sich gar in deinen mund begraben. Dann meine krafft ist hin: Ich fühle nichts als glut/ Und stürbe/ wenn ich nicht aus liebe leben müste. Ach! wann ein eintzig kuß so grosse würckung thut/ Wie solte mir geschehn/ wann ich dich zehnmal küßte?

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Interpretation

Das Gedicht "Als er sie das erste mahl küßte" von Benjamin Neukirch beschreibt die überwältigenden Gefühle und die Wirkung des ersten Kusses auf den lyrischen Ich. Der Sprecher erhofft sich, dass der Kuss seine "kranckes hertze" laben und ihm Kraft geben wird. Doch weit gefehlt - der Kuss hat eine viel stärkere Wirkung als erwartet. Das Herz des Sprechers scheint in den Mund der Geliebten "begraben" zu sein, was die tiefe emotionale Verbindung und Hingabe symbolisiert. Die körperlichen Auswirkungen des Kusses sind deutlich spürbar. Die "krafft" des Sprechers ist dahin, er fühlt nur noch "glut" (Gluthitze), was die Intensität seiner Leidenschaft verdeutlicht. Die Überwältigung ist so stark, dass er glaubt, zu sterben, wenn er nicht aus Liebe leben müsste. Dies unterstreicht die lebensbejahende Kraft der Liebe, die dem Sprecher trotz der überwältigenden Gefühle das Überleben ermöglicht. Im letzten Vers fragt sich der Sprecher, welche Auswirkungen ein zehnmaliger Kuss auf ihn haben würde, wenn schon ein einziger Kuss eine so große "würckung" (Wirkung) hat. Dies unterstreicht die Intensität seiner Gefühle und die Faszination, die der erste Kuss auf ihn ausübt. Das Gedicht fängt die Magie und das Geheimnis des ersten Kusses ein und beschreibt die transformative Kraft der Liebe, die den Sprecher in ihren Bann zieht und sein Leben verändert.

Schlüsselwörter

wann habe sylvia einmahl geküßt meynt würde kranckes

Wortwolke

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Stilmittel

Hyperbel
Ach! wann ein eintzig kuß so grosse würckung thut
Metapher
meint' ich würde mir mein kranckes hertze laben
Personifikation
es hat sich gar in deinen mund begraben
Rhetorische Frage
Wie solte mir geschehn/ wann ich dich zehnmal küßte?