Als Er aus Rom geschidn
1650XLI.
Ade! Begriff der Welt! Stadt der nichts gleich gewesen / Vnd nichts zu gleichen ist / in der man alles siht Was zwischen Ost und West / und Nord und Suden blüht. Was die Natur erdacht / was je ein Mensch gelesen.
Du / derer Aschen man nur nicht vorhin mit Bäsen Auff einen Hauffen kährt / in der man sich bemüht Zu suchen wo dein Grauß / (fliht trüben Jahre! Fliht / ) Bist nach dem Fall erhöht / nach langem Ach / genäsen.
Ihr Wunder der Gemäld’ / ihr Kirchen und Palläst / Ob den die Kunst erstarr’t / du starck bewehrte Fest / Du herrlichs Vatican, dem man nichts gleich kan bauen:
Ihr Bücher / Gärten / Grüfft; ihr Bilder / Nadeln / Stein / Ihr / die diß und noch mehr schliß’t in die Sinnen ein / Fahrt wol! Man kan euch nicht satt mit zwey Augen schauen.
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Interpretation
Das Gedicht "Als Er aus Rom geschidn" von Andreas Gryphius beschreibt die Bewunderung des Dichters für die Stadt Rom und ihre kulturelle Bedeutung. Gryphius preist Rom als eine einzigartige Stadt, in der man alles sieht, was zwischen Ost und West, Nord und Süd blüht, und was die Natur erdacht hat oder was je ein Mensch gelesen hat. Er beschreibt Rom als eine Stadt, in der man sich bemüht, nach dem Fall wieder aufzustehen und nach langem Leid Trost zu finden. Gryphius lobt die Wunder der Gemälde, Kirchen und Paläste in Rom, die die Kunst erstarrt haben lassen. Er preist den stark befestigten Festungsbau und den herrlichen Vatikan, den man nicht gleich bauen kann. Er erwähnt auch die Bücher, Gärten, Gräber, Bilder, Nadeln und Steine, die in die Sinne eindringen und die man nicht satt sehen kann. Das Gedicht ist ein Lobgesang auf die Schönheit und kulturelle Bedeutung Roms. Gryphius preist die Stadt als einzigartiges kulturelles Zentrum, das die Welt bereichert hat. Er beschreibt die verschiedenen Kunstwerke und Gebäude, die in Rom zu finden sind, und betont ihre Einzigartigkeit und Unvergleichlichkeit. Das Gedicht ist ein Zeugnis für die Faszination, die Rom auf Reisende und Künstler ausübt, und für die Bedeutung der Stadt als kulturelles Zentrum Europas.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- du starck bewehrte Fest
- Anapher
- Du / derer Aschen man nur nicht vorhin mit Bäsen
- Enjambement
- Ob den die Kunst erstarr't / du starck bewehrte Fest / du herrlichs Vatican
- Hyperbel
- in der man alles siht Was zwischen Ost und West / und Nord und Suden blüht
- Metapher
- Stadt der nichts gleich gewesen
- Personifikation
- Ob den die Kunst erstarr't