Alphorn
1813Ein Alphorn hör′ ich schallen, Das mich von hinnen ruft, Tönt es aus wald′gen Hallen? Tönt es aus blauer Luft? Tönt es von Bergeshöhe, Aus blumenreichem Tal? Wo ich nur steh′ und gehe, Hör′ ich′s in süßer Qual.
Bei Spiel und frohem Reigen, Einsam mit mir allein, Tönt′s ohne je zu schweigen, Tönt tief ins Herz hinein. Noch nie hab′ ich gefunden Den Ort, woher es schallt, Und nimmer wird gesunden Dies Herz, bis es verhallt.
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Interpretation
Das Gedicht "Alphorn" von Justinus Kerner beschreibt die unheimliche und faszinierende Wirkung eines Alphornsounds auf den lyrischen Ich. Das Alphorn ruft den Sprecher, ohne dass er weiß, woher der Klang genau kommt - ob aus den Wäldern, der Luft, den Bergen oder dem Tal. Der Klang begleitet den Sprecher überallhin und dringt tief in sein Herz ein. Das Gedicht vermittelt eine Stimmung von Sehnsucht, Melancholie und Unruhe. Das Alphorntönen ist eine Quelle der "süßen Qual" für den Sprecher. Er kann den Ort, von dem der Klang ausgeht, nicht ausfindig machen und wird diesen Ort auch nie finden. Das Herz des Sprechers wird nicht gesund werden, solange der Alphornton nicht verhallt ist. Kerners Gedicht vermittelt ein Gefühl von tiefer Melancholie und Sehnsucht. Das Alphorntönen wird zu einer obsessiven, alles durchdringenden Präsenz, die den Sprecher nicht mehr loslässt. Das Gedicht thematisiert die Suche nach einer unerreichbaren Quelle der Sehnsucht und die damit verbundene innere Unruhe und Unzufriedenheit.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Bei Spiel und frohem Reigen
- Anapher
- Tönt es aus wald'gen Hallen? Tönt es aus blauer Luft? Tönt es von Bergeshöhe, Aus blumenreichem Tal?
- Frage
- Tönt es aus wald'gen Hallen? Tönt es aus blauer Luft? Tönt es von Bergeshöhe, Aus blumenreichem Tal?
- Hyperbel
- Nimmer wird gesunden Dies Herz, bis es verhallt
- Metapher
- Hör' ich's in süßer Qual
- Wiederholung
- Tönt