Alles neu macht der Mai

Hermann Adam von Kamp

1818

Alles neu, macht der Mai, Macht die Seele frisch und frei Lasst das Haus, kommt hinaus, Windet einen Strauß! Rings erglänzet Sonnenschein, Duftend pranget Flur und Hain; Vogelsang, Hörnerklang Tönt den Wald entlang.

Wir durchziehen Saaten grün, Haine, die ergötzend blüh’n, Waldespracht, neu gemacht nach des Winters Nacht. Dort im Schatten an dem Quell rieselnd munter silberhell Klein und Groß ruht im Moos, wie im weichen Schoß.

Hier und dort, fort und fort, wo wir ziehen, Ort für Ort, alles freut sich der Zeit, die verschönt erneut. Widerschein der Schöpfung blüht uns erneuend im Gemüt. Alles neu, frisch und frei macht der holde Mai.

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Illustration zu Alles neu macht der Mai

Interpretation

Das Gedicht "Alles neu macht der Mai" von Hermann Adam von Kamp thematisiert die belebende und erneuernde Wirkung des Monats Mai auf die Natur und die menschliche Seele. Der Mai wird als eine Zeit des Neubeginns und der Freude dargestellt, in der alles frisch und frei wird. Die Natur erwacht zu neuem Leben, die Vögel singen und die Blumen blühen, was eine Atmosphäre der Freude und des Genusses schafft. Das Gedicht lädt den Leser ein, das Haus zu verlassen und die Schönheit der Natur zu genießen. Es beschreibt eine Reise durch grüne Felder und blühende Haine, wo man an einem plätschernden Bach im Moos ruhen kann. Diese idyllische Szenerie symbolisiert die Erneuerung und den Trost, den die Natur nach dem langen Winter bietet. Die abschließenden Strophen betonen, dass die Freude und Erneuerung des Mais nicht nur in der äußeren Natur, sondern auch im Inneren des Menschen spürbar ist. Die Schönheit der Schöpfung spiegelt sich im Gemüt wider und erneuert es. Der Mai wird als eine "holde" Zeit beschrieben, die alles neu, frisch und frei macht, sowohl in der Natur als auch in der menschlichen Seele.

Schlüsselwörter

neu macht mai frisch frei fort ort seele

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Stilmittel

Alliteration
macht die Seele frisch und frei
Anapher
Alles neu, macht der Mai
Bildsprache
Vogelsang, Hörnerklang
Hyperbel
Rings erglänzet Sonnenschein
Metapher
wie im weichen Schoß
Parallelismus
Klein und Groß ruht im Moos
Personifikation
Alles neu macht der Mai
Symbolik
des Winters Nacht
Synästhesie
Duftend pranget Flur und Hain