All

Robert Eduard Prutz

1816

Du bist das keusche Mondenlicht, Das still und klar durch Wolken bricht, Und bist der Sonne Feuerstrahl, Der Blumen weckt in Berg und Thal.

Der fromme Abendstern bist du, Der lächelnd winkt zu sel′ger Ruh′, Und bist der Blitz, der, gottentstammt, Der Seele Dunkel mir durchflammt.

Doch – “Namen sind nur Rauch und Schall!” Sei, wie du bist, du bist mein All! In deine Seele schließ′ mich ein, Die Meine du, ich ewig dein!

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Illustration zu All

Interpretation

Das Gedicht "All" von Robert Eduard Prutz ist eine leidenschaftliche Liebeserklärung, in der der Sprecher seine Geliebte mit verschiedenen Elementen der Natur vergleicht. Die Geliebte wird als das keusche Mondenlicht beschrieben, das ruhig und klar durch die Wolken bricht, sowie als der feurige Sonnenstrahl, der Blumen in Bergen und Tälern erweckt. Diese Naturbilder symbolisieren die Reinheit, Schönheit und Lebendigkeit der Geliebten. In der zweiten Strophe wird die Geliebte weiterhin mit dem Abendstern verglichen, der friedlich zum Schlaf einlädt, und mit dem göttlichen Blitz, der die Dunkelheit der Seele erhellt. Diese Vergleiche unterstreichen die erhebende und inspirierende Wirkung, die die Geliebte auf den Sprecher hat. Die Verwendung von Naturbildern und himmlischen Elementen verleiht der Liebe eine transzendente Qualität. Der letzte Teil des Gedichts betont die Einzigartigkeit und Vollständigkeit der Geliebten. Der Sprecher erkennt, dass Namen nur "Rauch und Schall" sind, und fordert die Geliebte auf, so zu sein, wie sie ist – sein "All". Die abschließenden Zeilen drücken den Wunsch nach einer tiefen, ewigen Verbindung aus, bei der sich die Seelen des Sprechers und der Geliebten vereinen. Das Gedicht endet mit der Versicherung ewiger Liebe und Hingabe.

Schlüsselwörter

seele keusche mondenlicht still klar wolken bricht sonne

Wortwolke

Wortwolke zu All

Stilmittel

Hyperbel
[du bist mein All]
Metapher
[Du bist das keusche Mondenlicht Und bist der Sonne Feuerstrahl Der fromme Abendstern bist du Und bist der Blitz, der, gottentstammt]
Personifikation
[Der lächelnd winkt zu sel′ger Ruh′]
Vergleich
[Namen sind nur Rauch und Schall]