Alcon
1754Apollo stand betäubt durch Söhne seiner Kunst, Denn jeder singt ihm Dank, oft für weit größre Gunst, Als ihm der Gott gewährt, und nach verrauschten Chören Bat Alcon insgeheim Apoll um neue Lehren. Er kam, vergnügt, zurück. Gleich denkt die ganze Schaar: Was wird denn eben dem, vor andern, offenbar? Und einer rief ihm zu: Nun bist du, frei von Fehde, Voll Gottheit, voll Olymp. Umstirnt mit Wahrheit, rede Aetherisch! Genius! Uranisch ist dein Ruhm! Sprich! Was entwölkte dir Apollens Heiligthum? Er sprach: Ihr Dichter, hört! Mir hat der Gott befohlen, In meinem Ausdruck mich nicht stets zu wiederholen.
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Interpretation
Das Gedicht "Alcon" von Friedrich von Hagedorn erzählt von Apoll, dem Gott der Dichtkunst, der von den Dichtern seiner Zeit mit Lobpreisungen überhäuft wird, oft für größere Gunst, als er ihnen gewährt hat. Alcon, einer dieser Dichter, bittet Apoll im Geheimen um neue Lehren, um seine Kunst zu verbessern. Als Alcon zurückkehrt, ist die gesamte Dichterschar neugierig, was Apoll ihm offenbart hat. Die Dichter sind voller Erwartung und einer von ihnen begrüßt Alcon als befreit von Fehlern und nun voll Gottheit und Olymp. Er fordert Alcon auf, im wahrhaft göttlichen Stil zu sprechen und zu erzählen, was ihm Apoll im Heiligtum enthüllt hat. Die Dichter sind begierig darauf, von Alcons Erkenntnissen zu profitieren und ihre eigene Kunst zu verfeinern. Alcon antwortet den Dichtern und übermittelt ihnen die Botschaft des Apoll: Er solle sich in seinem Ausdruck nicht stets wiederholen. Diese Anweisung unterstreicht die Bedeutung von Originalität und Vielfalt in der Dichtkunst. Es ist eine Aufforderung an die Dichter, ihre Ausdrucksweise stets zu erneuern und zu variieren, um nicht in Monotonie zu verfallen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anspielung
- Umstirnt mit Wahrheit, rede Atherisch! Genius! Uranisch ist dein Ruhm!
- Apostrophe
- Umstirnt mit Wahrheit, rede Atherisch! Genius! Uranisch ist dein Ruhm!
- Direkte Rede
- Sprich! Was entwölkte dir Apollens Heiligthum?
- Hyperbel
- Voll Gottheit, voll Olymp
- Ironie
- Oft für weit größre Gunst, Als ihm der Gott gewährt
- Metapher
- Apollo stand betäubt durch Söhne seiner Kunst
- Personifikation
- Apollo stand betäubt durch Söhne seiner Kunst