Alcetas an die Alsterschwäne

Friedrich von Hagedorn

1724

Wie sehr ist euch das Schicksal hold, Ihr Schwäne, die ich fast beneide! Ihr Säufer trinkt so viel ihr wollt, Und bleibt auch dann der Schönen Freude. Ich weiß es, Bacchus schenkte mir Den Epheu, welcher ihm gehöret, Hätt′ ich so einen Hals, wie ihr, Den ihr durch Wasser doch entehret.

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Illustration zu Alcetas an die Alsterschwäne

Interpretation

Das Gedicht "Alcetas an die Alsterschwäne" von Friedrich von Hagedorn handelt von einem Sprecher, der die Alsterschwäne beobachtet und neidisch auf ihr scheinbar sorgloses Leben ist. Der Sprecher bewundert die Freiheit der Schwäne, die nach Belieben trinken können, ohne ihre Schönheit zu verlieren. Dies wird mit der Figur des Bacchus, dem Gott des Weines und der Ausgelassenheit, in Verbindung gebracht, der den Schwänen scheinbar seinen Segen erteilt hat. Der Sprecher reflektiert über seine eigene Situation und erwähnt, dass er den Epheu erhalten hat, der traditionell mit Bacchus in Verbindung gebracht wird. Er drückt den Wunsch aus, einen Hals wie die Schwäne zu haben, der es ihm ermöglichen würde, frei und unbeschwert zu leben. Allerdings bemerkt er, dass sein Hals durch Wasser "entehrt" würde, was möglicherweise auf seine Unfähigkeit hinweist, sich vollständig in das sorglose Leben der Schwäne zu integrieren. Das Gedicht thematisiert die Sehnsucht nach einem sorgenfreien Leben und die Anerkennung der eigenen Begrenzungen. Es zeigt den Kontrast zwischen der scheinbaren Leichtigkeit der Schwäne und der Komplexität des menschlichen Daseins. Der Sprecher scheint sich bewusst zu sein, dass er die Freiheit der Schwäne zwar bewundert, aber nicht vollständig erreichen kann, da er an seine menschliche Natur und seine eigenen Verantwortlichkeiten gebunden ist.

Schlüsselwörter

schicksal hold schwäne fast beneide säufer trinkt viel

Wortwolke

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Stilmittel

Metapher
Bacchus schenkte mir Den Epheu
Personifikation
Wie sehr ist euch das Schicksal hold
Vergleich
Hätt' ich so einen Hals, wie ihr
Übertreibung
Ihr Säufer trinkt so viel ihr wollt