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Albano

Von

Wenn deine Seele so leicht wie ein Sommervogel der Puppe
Einmal dem lästigen Zwang ärmlicher Fesseln entflohn,
Dann hinüber zum See! Die entbundene Psyche verweilet
Nur am Lethe, sie schwelgt nur im Elysium noch.

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Gedicht: Albano von Wilhelm Friedrich Waiblinger

Kurze Interpretation des Gedichts

Das Gedicht „Albano“ von Wilhelm Friedrich Waiblinger beschreibt in prägnanten Versen den Wunsch nach Freiheit und dem Genuss eines paradiesischen Zustands, der über den irdischen Zwängen steht. Der Titel „Albano“ deutet auf einen realen Ort in Italien, der für seine Schönheit und Idylle bekannt ist, und könnte als Metapher für ein irdisches Paradies oder einen Zustand der Erleuchtung verstanden werden. Die ersten beiden Verse skizzieren den Moment der Befreiung: Die Seele, mit einem Sommervogel verglichen, befreit sich von „lästigen Fesseln“ und dem „Zwang“. Dieser Ausdruck impliziert eine Last, eine Beschwerde oder einen Konflikt, dem die Seele entfliehen möchte.

Die folgenden beiden Verse vertiefen das Ziel dieser Befreiung. Sie verweisen auf den „See“, der als Übergangsort oder Ort der Reinigung dient, und auf den Fluss Lethe, der in der griechischen Mythologie der Fluss des Vergessens ist. Die Seele, die von ihren irdischen Bindungen erlöst wurde, verweilt nicht nur am Lethe, sondern „schwelgt“ im Elysium. Das Elysium ist der Ort der Glückseligkeit, der im antiken Griechenland den Tugendhaften vorbehalten war. Dieses Bild beschreibt einen Zustand vollkommener Freude und Freiheit, in dem die Seele in unbeschwerter Harmonie existiert.

Waiblingers Sprache ist von einer subtilen Melancholie geprägt, die durch die Verwendung des Wortes „lästigen“ und der Konnotation des Vergessens im Kontext des Flusses Lethe erzeugt wird. Es deutet auf einen Kontrast zwischen der irdischen Existenz und einem Zustand transzendenter Glückseligkeit hin. Die Verwendung von Bildern wie dem Sommervogel und dem Elysium ist von großer Lebendigkeit und Sinnlichkeit, was die Sehnsucht nach einem Zustand der Freiheit und Glückseligkeit verstärkt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Gedicht eine klare Sehnsucht nach transzendenter Freiheit und einem Zustand vollkommener Freude ausdrückt. Es ist ein Aufruf zur Befreiung von irdischen Zwängen, wobei das „Albano“ sowohl ein realer Ort als auch eine Metapher für die Suche nach innerem Frieden und Glückseligkeit darstellt. Die knappen Verse, die Bilder des Sommersvogels, des Sees und des Elysiums sind ein Zeugnis für Waiblingers Fähigkeit, komplexe Emotionen und spirituelle Sehnsüchte in einer poetischen Form auszudrücken.

Weitere Informationen

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Lizenz und Verwendung

Dieses Gedicht fällt unter die „public domain“ oder Gemeinfreiheit. Gemeinfreiheit bedeutet, dass ein Werk nicht (mehr) durch Urheberrechte geschützt ist und daher von allen ohne Erlaubnis des Urhebers frei genutzt, vervielfältigt und verbreitet werden darf. Sie tritt meist nach Ablauf der gesetzlichen Schutzfrist ein, z. B. 70 Jahre nach dem Tod des Autors. Weitere Informationen dazu finden sich hier.