Alamode-Sporne
1872Die Ehre führet grossen Sporn; Drum hat der Krieg den Ruhm verlorn, Weil sein Geschlecht bey diesen Tagen, Für Sporne Spörnlein pflegt zu tragen.
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Interpretation
Das Gedicht "Alamode-Sporne" von Friedrich Freiherr von Logau kritisiert die Veränderungen in der Kriegsführung und dem Streben nach Ruhm. Der Autor deutet an, dass die Ehre einst ein starker Antrieb für den Krieg war, der Ruhm brachte. Doch mit der Zeit hat sich dies geändert, und der Krieg hat seinen ehrwürdigen Charakter verloren. Logau verwendet das Bild der Sporen, um diesen Wandel zu veranschaulichen. Früher waren Sporen ein Symbol für den Adel und den ritterlichen Kampf, der um Ehre und Ruhm geführt wurde. Doch in den "diesen Tagen" sind die Sporen zu bloßen "Spörnlein" geworden, was auf eine Verkleinerung und Entwertung des ursprünglichen Konzepts hindeutet. Der Krieg wird nicht mehr um Ehre, sondern aus anderen, weniger edlen Gründen geführt. Das Gedicht reflektiert somit eine Gesellschaftskritik an der Moderne und dem vermeintlichen Verlust traditioneller Werte. Logau bedauert den Wandel, der den Krieg von einem edlen Unterfangen zu einer weniger ehrenvollen Angelegenheit gemacht hat. Die Sporen, einst ein Zeichen für Mut und Ehre, sind zu einem modischen Accessoire geworden, das den wahren Geist des Kampfes verloren hat.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Für Sporne Spörnlein pflegt zu tragen
- Ironie
- Weil sein Geschlecht bey diesen Tagen, Für Sporne Spörnlein pflegt zu tragen
- Metapher
- Die Ehre führet grossen Sporn
- Reim
- verlorn, Tagen