Akme und Septimius

Eduard Mörike

1804

Nach Catull

Akme, seine Geliebte, auf dem Schoße Haltend, sagte Septimius: »Meine Akme! Übermäßig hab ich dich lieb und will auch Jahr für Jahr dich beständig also lieben, So arg wie nur ein Mensch jemals imstand ist; Sieh, sonst mag mir’s geschehn, daß ich, ganz einsam, Sei’s in Libyen, sei’s im heißen Inder- Land, dem tödlichen Blick des Leun begegne!« Wie er dieses gesagt, niest Amor, herzlich Es bekräftigend (sonst war er ihm abhold). Akme, rückwärts ihr Köpfchen leicht gebogen, Und die trunkenen Augen ihres süßen Knaben küssend mit jenem Purpurmunde Sprach: »Mein Leben! o goldenes Septimchen! Künftig dienen wir diesem Herrn alleine, Ich, wie du - so gewiß als mir noch weit ein Heißer Feuer im zarten Marke glühet!« Wie sie dieses gesagt, niest Amor, herzlich Es bekräftigend (sonst war er ihr abhold). Auf so günstige Zeichen nunmehr bauend Tauschen beide von Herzen Lieb um Liebe. Nur in Akme allein noch lebt Septimius, Die ihm teurer als Syrien und Britannien, Nur Septimius widmet Akme treulich All ihr Süßes und alle Liebeswonnen. Kein glückseliger Paar hat man gesehen, Keine Liebe, so schön vom Gott besiegelt!

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Illustration zu Akme und Septimius

Interpretation

Das Gedicht "Akme und Septimius" von Eduard Mörike ist eine moderne Adaption des gleichnamigen Gedichts von Catull. Es erzählt die Liebesgeschichte zwischen Akme und Septimius, die ihre Liebe füreinander bekunden und sich gegenseitig ewige Treue schwören. Das Gedicht beginnt mit Septimius, der Akme auf seinem Schoß hält und ihr seine übermäßige Liebe gesteht. Er schwört, sie Jahr für Jahr beständig zu lieben und droht sogar mit dem Tod, sollte er jemals untreu werden. Amor, der Gott der Liebe, niest daraufhin, was als gutes Omen gilt und seine Zustimmung zu ihrer Liebe signalisiert. Akme erwidert Septimius' Liebesgeständnis und schwört ebenfalls ewige Treue. Auch sie wird von Amor bestätigt, der erneut niest. Die beiden tauschen daraufhin ihre Herzen und Liebe aus und leben fortan nur noch füreinander. Ihre Liebe ist so stark, dass sie wichtiger ist als jedes andere Land oder jede andere Person. Das Gedicht endet mit der Feststellung, dass kein glückseligeres Paar jemals existiert habe und keine Liebe so schön vom Gott besiegelt worden sei.

Schlüsselwörter

akme septimius sonst lieb jahr gesagt niest amor

Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
Süßer Feuer im zarten Marke glühet
Bildsprache
Sei’s in Libyen, sei’s im heißen Inder-Land, dem tödlichen Blick des Leun begegne
Hyperbel
So arg wie nur ein Mensch jemals imstand ist
Kontrast
Nur in Akme allein noch lebt Septimius, Die ihm teurer als Syrien und Britannien
Metapher
Übermäßig hab ich dich lieb und will auch Jahr für Jahr dich beständig also lieben
Parallelismus
Ich, wie du - so gewiß als mir noch weit ein Heißer Feuer im zarten Marke glühet
Personifikation
Niest Amor, herzlich es bekräftigend
Reim
Liebe und Liebe
Symbolik
Syrien und Britannien
Wiederholung
Wie sie dieses gesagt, niest Amor, herzlich es bekräftigend