Ästhetik des Kriegs

Otfried Krzyzanowski

1912

Nur der erschaut die schönen Berge wirklich, Der keine Zeit hat, sie zu bewundern. Die Soldaten im Süden, nicht die Touristen sehn Die Dolomiten am besten.

Denn die Natur, ob sie schön oder grausam sei: Für unsre leere Zeit ist sie nicht gemacht. Und wirklich sieht den Krieg nur einer, der irgendwie Keine Zeit für ihn hat.

Der Soldat vielleicht, wenn er daheim Bei seinem Weibe ruht.

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Illustration zu Ästhetik des Kriegs

Interpretation

Das Gedicht "Ästhetik des Kriegs" von Otfried Krzyzanowski beschäftigt sich mit der Wahrnehmung von Schönheit und der Natur in Zeiten des Krieges. Es beginnt mit der paradoxen Aussage, dass nur derjenige die schönen Berge wirklich sieht, der keine Zeit hat, sie zu bewundern. Die Soldaten im Süden, die sich im Krieg befinden, haben eine tiefere Verbindung zur Natur als die Touristen, die lediglich oberflächlich die Dolomiten betrachten. Das Gedicht betont, dass die Natur für die leere Zeit der Menschen nicht geschaffen ist. Es suggeriert, dass nur derjenige den Krieg wirklich sieht, der keine Zeit für ihn hat. Hier wird eine ironische Wendung eingeführt, da der Krieg normalerweise mit Zeitdruck und Hektik verbunden ist. Der Soldat, der zu Hause bei seiner Frau ruht, hat möglicherweise eine andere Perspektive auf den Krieg als diejenigen, die aktiv daran teilnehmen. Insgesamt reflektiert das Gedicht über die menschliche Wahrnehmung und den Umgang mit Schönheit und Krieg. Es verdeutlicht, dass diejenigen, die in den Krieg ziehen, eine tiefere Verbindung zur Natur und zur Realität des Krieges haben als diejenigen, die nur als Touristen vorbeikommen. Das Gedicht regt zum Nachdenken über die Bedeutung von Zeit und Perspektive an und hinterfragt die ästhetische Betrachtung des Krieges.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

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Stilmittel

Ironie
Und wirklich sieht den Krieg nur einer, der irgendwie / Keine Zeit für ihn hat.
Kontrast
Die Soldaten im Süden, nicht die Touristen sehn / Die Dolomiten am besten.
Metapher
Der Soldat vielleicht, wenn er daheim / Bei seinem Weibe ruht.
Paradox
Denn die Natur, ob sie schön oder grausam sei: / Für unsre leere Zeit ist sie nicht gemacht.