Ärgerlich
1943Aus der Mühle schaut der Müller, Der so gerne mahlen will. Stiller wird der Wind und stiller, Und die Mühle stehet still.
So gehts immer, wie ich finde, Rief der Müller voller Zorn. Hat man Korn, so fehlts am Winde, Hat man Wind, so fehlt das Korn.
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Interpretation
Das Gedicht "Ärgerlich" von Wilhelm Busch beschreibt die Frustration eines Müllers, der auf die richtigen Bedingungen für seine Arbeit angewiesen ist. Die Mühle steht still, weil der Wind nachlässt, und der Müller kann nicht mahlen, obwohl er es gerne möchte. Dieses Bild veranschaulicht die Abhängigkeit von äußeren Umständen und die damit verbundene Hilflosigkeit. Der Müller äußert seinen Ärger und Zorn darüber, dass die Natur nicht nach seinem Willen funktioniert. Er stellt fest, dass es immer so ist: Entweder fehlt der Wind, wenn das Korn da ist, oder das Korn, wenn der Wind weht. Diese Beobachtung spiegelt die Unberechenbarkeit und Unzuverlässigkeit der Natur wider, die den menschlichen Plänen oft im Wege steht. Das Gedicht vermittelt eine allgemeine Lebensweisheit: Die Dinge laufen selten so, wie man es sich wünscht. Es gibt immer ein Hindernis oder einen fehlenden Faktor, der die Verwirklichung der eigenen Ziele verhindert. Der Müller muss lernen, mit dieser Unvollkommenheit und den unvorhersehbaren Gegebenheiten zu leben, auch wenn es ihm schwerfällt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- so gerne mahlen will
- Kontrast
- Hat man Korn, so fehlts am Winde, Hat man Wind, so fehlt das Korn
- Personifikation
- Stiller wird der Wind und stiller
- Reimschema
- wird/stehet still, finde/Zorn, Winde/Korn