Adler

Joseph von Eichendorff

1837

Steig nur, Sonne, Auf die Höhn! Schauer wehn, Und die Erde bebt vor Wonne.

Kühn nach oben Greift aus Nacht Waldespracht, Noch von Träumen kühl durchwoben.

Und vom hohen Felsaltar Stürzt der Aar Und versinkt in Morgenlohen.

Frischer Morgen! Frisches Herz, Himmelwärts! Laß den Schlaf nun, laß die Sorgen!

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Illustration zu Adler

Interpretation

Das Gedicht "Adler" von Joseph von Eichendorff beschreibt die Erhebung der Sonne und die damit verbundene Erweckung der Natur. Die steigende Sonne bringt Schauer und erfüllt die Erde mit Wonne. Der Wald, noch von Träumen durchwoben, reckt sich kühn nach oben aus der Nacht. Vom hohen Felsaltar stürzt sich der Adler in die Morgenröte. Das Gedicht vermittelt eine Stimmung der Erneuerung und des Neubeginns. Die Natur erwacht und wird von der aufgehenden Sonne belebt. Der Adler als Symbol für Freiheit und Stärke stürzt sich mutig in den neuen Tag. Der letzte Vers ruft dazu auf, den Schlaf und die Sorgen hinter sich zu lassen und sich dem frischen Morgen und dem Himmel zuzuwenden. Eichendorff nutzt eindrucksvolle Bilder und Metaphern, um die Schönheit und Kraft der Natur zu beschwören. Die Erhebung der Sonne wird als triumphaler Akt dargestellt, der die Erde erbeben lässt vor Wonne. Der Wald erscheint als majestätische Pracht, die sich aus der Nacht erhebt. Der Adler als König der Lüfte verkörpert die unbezähmbare Naturgewalt. Das Gedicht vermittelt eine romantische Naturbegeisterung und den Glauben an die erneuernde Kraft der Natur.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Alliteration
Schauer wehn
Bildsprache
Noch von Träumen kühl durchwoben
Imperativ
Laß den Schlaf nun, laß die Sorgen!
Metapher
Morgenlohen
Personifikation
Stürzt der Aar