Ade zur guten Nacht

Achim von Arnim

1808

Der Mond, der steht am höchsten, Die Sonn will untergehn, Mein Feinslieb liegt in Nöthen, Ach Gott, wie solls ihr gehn, In Regen und in Wind, wo soll ich mich hinkehren, Da ich mein Feinslieb find!

Mein Feinslieb wollt mich lehren, Wie ich ihr dienen soll, In Züchten und in Ehren, Das weiß ich selbst gar wohl, Und kann auch noch viel mehr, Wer sich seins Buhlen rühmet, Dem bringt es wenig Ehr.

Mancher geht zu seinem Buhlen Bei lichtem Mondenschein, Was giebt sie ihm zum Lohne? Ein Rosenkränzelein, Ist grüner als der Klee, Ich muß mich von dir scheiden, Thut meinem Herzen weh.

Ach Scheiden über Scheiden, Wer hat dich doch erdacht, Hast mir mein junges Herze Aus Freud in Trauren bracht, Dazu in Ungemach. Dir ists schöns Lieb gesungen, Ade zu guter Nacht.

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Illustration zu Ade zur guten Nacht

Interpretation

Das Gedicht "Ade zur guten Nacht" von Achim von Arnim handelt von der schmerzhaften Trennung eines Liebespaares. Der Sprecher befindet sich in einer emotionalen Ausnahmesituation, da seine Geliebte in Not ist und er sich machtlos fühlt, ihr zu helfen. Das Gedicht beginnt mit einer Beschreibung der äußeren Umstände, bei denen Mond und Sonne eine symbolische Rolle spielen. Der Sprecher reflektiert über die Lehren seiner Geliebten, wie er ihr dienen soll, und betont, dass er diese bereits kennt und noch viel mehr weiß. Er kritisiert diejenigen, die sich ihrer Geliebten rühmen, da dies wenig Ehre bringt. Der Sprecher selbst hat eine tiefe Verbindung zu seiner Geliebten und ist bereit, für sie einzustehen. Das Gedicht endet mit einem Abschiedsgedanken, in dem der Sprecher den Schmerz der Trennung zum Ausdruck bringt. Er bedauert, dass die Trennung ihm das Herz gebrochen hat und ihn von Freude in Trauer gestürzt hat. Der Abschied wird als "Ade zur guten Nacht" bezeichnet, was die Endgültigkeit und den Schmerz der Trennung unterstreicht.

Schlüsselwörter

feinslieb scheiden soll buhlen mond steht höchsten sonn

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Stilmittel

Alliteration
In Züchten und in Ehren
Anapher
In Regen und in Wind, wo soll ich mich hinkehren
Kontrast
Aus Freud in Trauren bracht
Metapher
Mein Feinslieb liegt in Nöthen
Personifikation
Der Mond, der steht am höchsten
Symbolik
Ein Rosenkränzelein
Wiederholung
Ach Scheiden über Scheiden