Adams Opfer

Friedrich Hebbel

1863

Die schönsten Früchte, frisch gepflückt, Trägt er zum grünen Festaltar, Und bringt, mit Blumen reich geschmückt, Sie fromm als Morgenopfer dar.

Erst blickt er froh, dann wird er still: O Herr, wie arm erschein ich mir! Wenn ich den Dank dir bringen will, So borge ich selbst den von dir!

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Illustration zu Adams Opfer

Interpretation

Das Gedicht "Adams Opfer" von Friedrich Hebbel thematisiert die tiefe Demut und das Bewusstsein der menschlichen Abhängigkeit von Gott. Der Sprecher bringt dem Herrn die schönsten Früchte als Opfer dar, geschmückt mit Blumen, als Zeichen seiner Dankbarkeit. Doch in diesem Akt der Hingabe wird ihm bewusst, wie arm und unvollkommen er im Vergleich zu Gott ist. Die Freude des Gebens schlägt in eine stille Erkenntnis um, dass selbst der Dank, den er Gott bringen möchte, von Gott selbst geliehen ist. Diese Einsicht unterstreicht die tiefe Verbundenheit und die Abhängigkeit des Menschen von seinem Schöpfer. Das Gedicht vermittelt eine starke spirituelle Botschaft über die Natur des Opfers und der Dankbarkeit. Der Sprecher erkennt, dass alles, was er zu geben vermag, letztlich von Gott stammt. Diese Erkenntnis führt zu einer tiefen Demut, da er sich seiner eigenen Unvollkommenheit und seiner Abhängigkeit von Gott bewusst wird. Das Opfer wird somit zu einem Akt der Anerkennung der göttlichen Größe und der menschlichen Begrenztheit. Die Stille, die nach der anfänglichen Freude eintritt, symbolisiert die tiefe Ehrfurcht und das Staunen über die göttliche Gnade. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine tiefere spirituelle Wahrheit über die Natur des Opfers und der Dankbarkeit. Es zeigt, dass wahre Demut darin besteht, die eigene Unvollkommenheit und die Abhängigkeit von Gott anzuerkennen. Das Opfer wird zu einem Akt der Anerkennung der göttlichen Größe und der menschlichen Begrenztheit. Die Stille, die nach der anfänglichen Freude eintritt, symbolisiert die tiefe Ehrfurcht und das Staunen über die göttliche Gnade.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Anapher
O Herr, wie arm erschein ich mir! / Wenn ich den Dank dir bringen will
Chiasmus
Wenn ich den Dank dir bringen will, / So borge ich selbst den von dir!
Hyperbel
O Herr, wie arm erschein ich mir!
Metapher
grüner Festaltar
Personifikation
Die schönsten Früchte, frisch gepflückt, Trägt er zum grünen Festaltar