Ad notam

Klabund

1890

Nachts bis drei Uhr Im Café wichtig tun und dösen, Wenn ich eure Fratzen seh, Wünsch ich mir den Bösen.

Und ihr schnüffelt Und ihr grunzt mit gefurchten Mienen Über eure Pseudokunst, Die der Mond beschienen.

Doch die Kunst lebt nur besonnt, Läßt sich nicht beriechen, Und sie zeigt die Hinterfront Dem Melangeniechen.

Arbeit, Arbeit, still gewagt, Die Moral vom Liede, Wenn sie euch auch nicht behagt: Songez au solide!

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Illustration zu Ad notam

Interpretation

Das Gedicht "Ad notam" von Klabund beschreibt eine Nacht im Café, in der der Erzähler die Anwesenden und ihre künstlerischen Bemühungen kritisiert. Die Stimmung ist von Langeweile und Verachtung geprägt, während die Menschen bis drei Uhr morgens wichtigtuerisch tun und dösen. Der Erzähler wünscht sich den "Bösen", was auf eine Sehnsucht nach etwas Aufregenderem oder Herausfordernderem hindeutet. Die Anwesenden werden als schnüffelnd und grunzend dargestellt, mit gefurchten Mienen, die über ihre "Pseudokunst" sinnieren. Diese Kunst wird als etwas Oberflächliches und Unauthentisches beschrieben, das nur vom Mond beschienen wird. Die wahre Kunst hingegen lebt nur im Licht, lässt sich nicht durch Riechen oder Fühlen erfassen und zeigt ihre wahre Natur nur dem, der sie wirklich versteht. Die Botschaft des Gedichts ist eine Kritik an der Oberflächlichkeit und dem Mangel an echtem künstlerischem Ausdruck. Die wahre Kunst erfordert harte Arbeit und Hingabe, die still und ohne Aufhebens geleistet wird. Die Moral des Liedes ist, dass man sich auf das Solide und Beständige konzentrieren soll, anstatt sich in oberflächlichen und unbedeutenden Beschäftigungen zu verlieren.

Schlüsselwörter

arbeit nachts drei uhr wichtig tun dösen fratzen

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Stilmittel

Alliteration
schnüffelt / schnüffelt
Anspielung
Songez au solide
Bildsprache
Die der Mond beschienen
Metapher
Pseudokunst
Personifikation
die Kunst lebt nur besonnt
Wiederholung
Arbeit, Arbeit