Ach wenn ich doch ein Täublein wär
1806Dort oben auf dem Berge, Da steht ein hohes Haus, Da fliegen alle Morgen, Zwey Turteltäublein raus.
Ach wenn ich nur ein Täublein wär! Wollt fliegen aus und ein, Wollt fliegen alle Morgen! Zu meinem Brüderlein.
Ein Haus wollt ich mir bauen, Ein Stock von grünem Klee, Mit Buchsbaum wollt ichs decken, Und rothen Nägelein.
Und wenn das Haus gebauet wär, Bescheert mir Gott was n′ein, Ein kleines, kleines Kindelein, Das soll mein Täublein seyn.
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Interpretation
Das Gedicht "Ach wenn ich doch ein Täublein wär" von Achim von Arnim handelt von der Sehnsucht eines Mädchens, ein Taubenpaar zu sein, um mit ihrem Bruder zusammen zu sein. Das Mädchen imaginiert, wie es jeden Morgen aus- und einfliegen würde, um zu ihrem Brüderlein zu gelangen. Die Sehnsucht nach Nähe und Verbundenheit mit dem Geschwisterkind wird hier durch die Metapher der Tauben zum Ausdruck gebracht. Das zweite Gedichtstück beschreibt die detaillierte Vorstellung des Mädchens, wie ihr Taubenhaus aussehen würde. Sie plant, es aus einem Stock grünen Klees zu bauen und mit Buchsbaum zu decken, verziert mit roten Nägeln. Diese Idee eines perfekten Zuhauses für die Tauben symbolisiert die tiefe Zuneigung und den Wunsch, ihrem Bruder ein liebevolles Zuhause zu bieten. Im letzten Teil des Gedichts äußert das Mädchen den Wunsch, dass Gott ihr ein kleines Kind schenken möge, das ihr Taubenpaar sein soll. Dies verdeutlicht die tiefe Verbundenheit und den Wunsch nach einer engen Beziehung zu ihrem Bruder. Das Gedicht vermittelt eine zarte und herzliche Stimmung, die die Liebe und Verbundenheit zwischen Geschwistern zum Ausdruck bringt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Wollt fliegen aus und ein, Wollt fliegen alle Morgen!
- Hyperbel
- Ein Haus wollt ich mir bauen
- Metapher
- Ein Stock von grünem Klee
- Personifikation
- Da fliegen alle Morgen, Zwey Turteltäublein raus
- Symbolik
- Ein kleines, kleines Kindelein, Das soll mein Täublein seyn
- Wiederholung
- Ach wenn ich nur ein Täublein wär!