Ach so!
1910Wohin denn, wohin denn so schnelle, Du Mann mit der Elle? Siehst nicht den schönen Regenbogen?
Frivoler Geselle! Den eben will ich messen gehn. Wär mir eine Art, so dazustehn Und bloß die Farben anzusehn. Ich bin gründlich!
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Interpretation
Das Gedicht "Ach so!" von Otto Julius Bierbaum beschreibt ein kurzes, aber aufschlussreiches Gespräch zwischen zwei Personen. Ein Mann mit einer Elle wird gefragt, wohin er so eilig rennt. Die Frage impliziert, dass er etwas Wichtiges verpasst, nämlich den schönen Regenbogen, der am Himmel zu sehen ist. Der Fragende scheint enttäuscht über die Prioritäten des Mannes zu sein. Der Mann mit der Elle, der als "frivoler Geselle" bezeichnet wird, antwortet, dass er den Regenbogen messen gehen will. Seine Antwort zeigt eine ungewöhnliche und etwas absurde Motivation. Anstatt den Regenbogen einfach nur zu bewundern, möchte er ihn messen, was eine sehr analytische und gründliche Herangehensweise darstellt. Er betont, dass es nicht seine Art wäre, einfach nur die Farben anzusehen, sondern dass er gründlich vorgehen möchte. Die Interpretation des Gedichts könnte darauf hindeuten, dass es eine Kritik an der übermäßigen Rationalität und dem Verlust der Fähigkeit zur ästhetischen Wertschätzung darstellt. Der Mann mit der Elle verpasst die Schönheit des Regenbogens, weil er sich zu sehr auf das Messen und Analysieren konzentriert. Das Gedicht könnte als eine Aufforderung verstanden werden, die Welt auch mit den Augen der Bewunderung und des Staunens zu sehen, anstatt sie nur zu analysieren und zu quantifizieren.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Wohin denn, wohin denn so schnelle
- Hyperbel
- Ich bin gründlich
- Ironie
- Wär mir eine Art, so dazustehn / Und bloß die Farben anzusehn
- Kontrast
- Siehst nicht den schönen Regenbogen? / Den eben will ich messen gehn
- Metapher
- Du Mann mit der Elle