Ach Liebste lass uns eilen

Martin Opitz

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Ach Liebste, laß uns eilen, Wir haben Zeit, Es schadet uns verweilen Uns beyderseit.

Der edlen Schönheit Gaben Fliehen Fuß für Fuß, Daß alles, was wir haben, Verschwinden muß.

Der Wangen Ziehr verbleichet, Das Haar wird greiß, Der Augen Feuer weichet, Die Brunst wird Eiß.

Das Mündlein von Corallen Wird ungestalt, Die Händ′ als Schnee verfallen, Und du wirst alt.

Drumb laß uns jetzt geniessen Der Jugend Frucht, Eh′ als wir folgen müssen Der Jahre Flucht.

Wo du dich selber liebest, So liebe mich, Gieb mir das, wann du giebest, Verlier auch ich.

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Interpretation

Das Gedicht "Ach Liebste, laß uns eilen" von Martin Opitz ist ein Liebesgedicht, das die Vergänglichkeit der Schönheit und Jugend thematisiert. Der Sprecher appelliert an seine Geliebte, die gemeinsame Zeit zu nutzen und die Freuden der Jugend zu genießen, bevor das Alter Einzug hält. In den ersten beiden Strophen betont der Sprecher die begrenzte Zeit, die ihnen zur Verfügung steht. Er weist darauf hin, dass die Gaben der Schönheit mit jedem Schritt schwinden und alles, was sie besitzen, unweigerlich vergehen muss. Die Verwendung von Verben wie "fliehen" und "verschwinden" unterstreicht die Schnelligkeit dieses Prozesses. Die folgenden Strophen beschreiben detailliert den Verfall der Schönheit im Alter. Die Wangen verlieren ihre Farbe, das Haar wird grau, die Augen verlieren ihren Glanz und die Leidenschaft schwindet. Selbst der Mund, der wie Korallen beschrieben wird, verliert seine Form, und die Hände, die einst schneeweiß waren, verfallen. Der Sprecher mahnt seine Geliebte, dass auch sie alt werden wird. In der vorletzten Strophe fordert der Sprecher seine Liebste auf, die Früchte der Jugend zu genießen, solange es noch möglich ist. Er betont die Notwendigkeit, die Flucht der Jahre zu akzeptieren und die begrenzte Zeit zu nutzen. In der letzten Strophe appelliert er an die Liebe seiner Geliebten zu sich selbst und bittet sie, diese Liebe auch auf ihn zu übertragen. Er schlägt einen Tausch vor: Wenn sie ihm ihre Liebe gibt, wird er ihr ebenfalls geben und verlieren, was sie verliert.

Schlüsselwörter

laß fuß liebste eilen zeit schadet verweilen beyderseit

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Stilmittel

Alliteration
Corallen ... ungestalt
Bildlichkeit
Die Händ′ als Schnee verfallen
Hyperbel
Der Wangen Ziehr verbleichet
Kontrast
Die Brunst wird Eiß
Metapher
Der edlen Schönheit Gaben fliehen Fuß für Fuß
Personifikation
Der Augen Feuer weichet
Symbolik
Der Jugend Frucht